Weg vom Flickster

Einleitenden direkt die Entwarnung für die jüngeren Leser. Es geht hier nicht um flickr und um die Insolvenz des Anbieters (auch wenn Insolvenz wieder im Herbst absolut in Mode sind), sondern tatsächlich um Flick.

Flick? Ja, Friedrich Karl Flick, der Mann, der den Ausspruch von Politikern gegenüber Enthüllungsjournalisten berühmt werden ließ:

Wollen sie mir etwa eine Bestechung ans Bein flicken?

Offiziell hieß das natürlich nicht „Bestechung von Politikern”, sondern „Pflege der politischen Landschaft” Anfang der 80er Jahre wurde draus dann ein der größten Skandale der Bundesrepublik.

Dem FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff brachte die Flickaffäre eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung ein. Ende der 80er Jahre bekam die FDP mit ihm daher einen vorbestraften Parteivorsitzenden. Kritiker unkten damals, dass dies zur Partei der freien Marktwirtschaft passen würde, wenn sie einen wegen Steuerhinterziehung bestraften Vorsitzenden hätte.

Wie dem auch sei, Friedrich Karl Flick wird jetzt keinen mehr bestechen oder bestechen lassen, denn er ist vergangen Woche gestorben. Sein Name aber wird noch weit über seinen Tod hinaus mit der Spendenaffäre verbunden sein.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der andere dunkle Makel, der auf der Familie Flick liegt. Im Zusammenhang mit der Sammlung Flick, eine der weltweit hochkarätigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst, wurde auch noch mal die Geschichte der Familie durchleuchtet. Es lässt sich wohl kaum bestreiten, dass der Vater von Friedrich Karl Flick zu den Menschen gehörte, die während der nationalsozialistischen Herrschaft erheblich auch von der so genannten Arisierung profitierten. An einem nicht unwesentlichen Teil des Familienvermögens dürfte daher wohl Blut kleben.

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