Preisnachschlag

Preisnachschlag

Nach dem ich den Artikel zum Thema Webdesign und Preise geschrieben hatte, gingen mir noch ein paar Sachen durch den Kopf. Vielen ist wohl oft nicht klar, wie ein Preis zustande kommt. Da ich zwar keinen kaufmännischen Hintergrund habe, aber schon länger der Phase des Auswürfelns entwachsen bin, hier mal der Versuch einer Kalkulation (Freelancer, eigenes kleines Büro):

Direkte Kosten

  • eigener Stundenlohn
  • nichtproduktive Zeit (Telefonate und Abstimmung andere Formen der Abstimmung mit dem Auftraggeber)

Indirekte Kosten / jeweils anteilig

  • Miete
  • Nebenkosten
  • Heizung
  • Strom
  • Telefonanschluss
  • DSL Anschluss
  • Flatrate
  • Abschreibung Hardware
  • Abschreibung Software
  • Krankenversicherung
  • Sozialversicherung
  • Rentenversicherung
  • Rücklagen für Zeiten ohne Aufträge

Ich bin mir sicher, dass ich da noch was vergessen habe. Zu viel ist es aber auf keinen Fall, denn ich weiß, wie die kaufmännische Abteilung in meiner ehemaligen Firma Projekte bilanziert hat.

Nur bei zu Hause wohnenden Schüler mag das Ganze anders aussehen, aber wie einleitend gesagt, bin ich vom Fall eines fiktiven Freelancers mit eigenem, kleinen Büro ausgegangen.

9 Replies to “Preisnachschlag”

  1. Nachschlag wäre schön, ich glaub eher Abschlag ;o) Vielleicht könnte man mal eine kleine „Gegenüberstellungsgrafik“ erstellen, das würde dann jedem ( verständlich ) vor Augen führen, wie bspw. ein Stundenpreis von 15€ und einer von 50€ entsteht.

  2. Ist es nicht so, dass man eher kalkuliert:

    Gehalt und Fixkosten (was du unter indirekte Kosten hast / Steuerberater fehlt noch) Pro Monat festlegen. Daraus errecht sich dann der Stundenlohn bzw Tagessatz den Du nehmen musst, um kein Verlust zu machen und auch neben Brot ein wenig Wurst zum Essen zu haben.

    Auf diesen errechneten Tagessatz schlägst Du dann noch ein paar Prozent drauf. Das ist dann der Betrag mit dem Du Rücklagen bildest.

    Wenn Du dann Deinen Tagessatz, den Du erzielen musst, kennst – kannst Du den nochmal zerlegen. Weil es sich in der Regel schlecht beim Kunden macht, wenn Du für HTMl-Gehusche genausoviel Geld veranschlagst, wie fürs Programmieren (Errechneter Tagessatz 1000 Euro, HTML-Pfucherei: 700 Euro, Programmieren 1300 Euro – also so in der Art).

  3. @jog: Zu den ersten beiden Absätze. Ja, lässt sich auch so machen, aber ich wollte das auf diese Weise einfach verdeutlichen.

    Zum dritten Absatz: Stimmt auch. Daher auch die Rechnungvon mir oben. Denn die indirekten Kosten ändern sich nicht, egal ob es HTML oder PHP ist, was der Kunde will.

  4. Wenn man beispielsweise Polnisch oder Tschechisch spricht und da entsprechende Kontakte hat, kann locker einen Stundensatz von 15 Euro nach aussen tragen, weil er für 5 Euro einkauft.

    Viva Europa.

  5. Tja, jog, was soll ich dazu sagen. Wir hier in Deutschland haben nun mal andere Lebenshaltungskosten. Auf der anderen Seite: Selbst bei einem Preis von 15 Euro wird ein WordPress Theme immer noch nicht unter 100 Euro zu haben sein.

  6. Ein Punkt vermisse ich: Kosten für ständige Fortbildung. Nur mit HTML&PHP kommt man heutzutage nicht mehr weit.

    Dann fehlen noch Kosten für Externe Mitarbeiter. Zum Beispiel für einen GrafikerIn. Oder einen Datenbank-Spezialisten.

    Wie man auf einen Stundenlohn von 15 Euro kommt? Ganz einfach: Schamea F und 0815. Einmal zusammengekloppt, zehn mal in leicht veränderter Form verkauft.

  7. Ich vertrete den Grundsatz: Gute Arbeit soll auch gut bezahlt werden UND man(n) muss sich danach auch wieder guten Gewissens in die Augen schauen können.

    Der Preis regelt dem Markt und wird gelenkt von Angebot & Nachfrage.
    Aber ist nicht gerade der Markt so erschöpfend, dass ein geringer Marktwert als AG (Auftraggeber) erzielt werden kann, sofern der Gegenpol es zulässt.
    Diverse Jobbörsen wie MyHammer oder Jobdoo sind doch die besten Beispiele.

    Aus meiner Erfahrung ist man als AG meist auch vielen Sachzwängen unterworfen; wie zB. einem neu zu gestaltenden Projekt, für das niemand ggf. viel Geld in den Sand setzen will.

    Punktum muss ich sagen, dass ich zB für ein neues, außergewerbliches Projekt, dass ich mal mit 20-30 Stunden ansetze (nur das programmieren ohne Absprachen), bei einem Stundensatz von 30 EUR kaum ca. 1.000 EUR ohne Weiteres zahlen würde und kann.

    Hierzu würde ich von jedem erwarten, dass er klar zu erkennen gibt; das für diesen oder jenen Auftrag das Honorar nicht auskömmlich ist.

    PS.1
    Das neue Spiegel-Layout sieht aber nicht aus, als wäre es teuer gewesen.

    PS.2
    Bei WP kann ich die Berechnung nicht so nachvollziehen. Wenn ich in der Blogshow mit die Themes ansehe sind doch fast alle gleich. Änderungen ergeben sich doch lediglich durch die verschiedenen Contents/Plugins.
    Hat ja auch Ralf im letzten Absatz festgestellt.
    Es kommt doch allzuselten vor, dass wirklich mal ein gelungenes Plugin wie mygallery oder so angeboten wird.

    Wie sagte mal Henry Ford: „Ich muss meinen Leute soviel Geld zahlen, dass sie auch meine Autos kaufen können“.

    PS.3
    Ich bin einer oder jemand, der verschiedene WebSeiten mit einfachen Mitteln (HTML) betreut.
    Auch ich habe die Frontpage-Ära mitgemacht. Solche Leute MUSS es auch geben, sonst wäre das Internet bestimmt nicht so facetten-reich.
    Die Ansichten einiger selbsternannten Profis sind mir manches mal ein bißerl zu fernab der Basis.
    Da würde sich glatt eine gedanklicher Bogen zum Beitrag „Trendhure“ anbieten und der Frage: „Wann ist ein Mann ein …. ach ne; Wann ist mann ein Blogger?“

    PS.4
    Das ist jetzt der letzte Satz meines bisher längsten Kommentareintrags ALIVE!

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren