Abgezockt

Abgezockt

Nach dem das Jahr 2006 sich dem Ende entgegen bewegt, haben wir und die anderen Mieter im Haus die Jahresendabrechnung für 2005 erhalten. Auf der Abrechnung taucht ein sehr merkwürdiger Posten auf: Antennenanschluss

Merkwürdig, dabei haben DER CHEF und ich einen Kabelanschluss, der direkt mit ish abgerechnet wird – so wie alle anderen Mieter auch. Unsere Vermieterin führte als Begründung ins Feld, dass die Hausantenne für den Fall, dass ein neuer Mieter sie in Anspruch nehmen möchte, weiterhin vorhanden sei. Und schließlich hätten wir ja auch unterschrieben, dass wir für den Antennenanschluss die anteiligen Kosten tragen würden.

Nun, damals, in der wirklich sehr kritischen Phase mit einer Eigenbedarfskündigung im Nacken und auf der panischen Suche nach einer neuen Bleiben hätte wir wohl fast alles unterschrieben. Aber darum geht es nicht. Wenn es ein Betrag von sagen wir mal 6 Euro wäre, würde ich mich nicht darüber aufregen, auch wenn künftig durch die Einführung der Digitalen Übertragung von Radio und Fernsehen die alte Hausantenne ausgedient hat und unsere Wohnung über keinen Antennenanschluss verfügt.

Nun ist es aber so, dass unsere Vermieterin jeder Mietpartei für diesen Antennenanschluss 150 Euro berechnet hat. Das sind dann bei sieben Parteien 1050 Euro im Jahr. Angeblich würde die Kosten durch die Wartung der Antenne entstehen.

Mal ganz unter uns: ich habe bisher noch nicht mitbekommen, dass einmal pro Woche jemand vorbei kommt, um die Antenne zu putzen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich noch niemanden gesehen, der überhaupt irgendwas an der Antenne gemacht hat – und ich bin ja schließlich den ganzen Tag zu Hause.

Da eine unserer Nachbarin ebenso wie wir wenig davon angetan ist, Milchkuh statt Mieter zu sein, werden wir jetzt gemeinsam ein Schreiben an die Vermieterin aufsetzten und mit entsprechenden Hinweis darauf vorerst die Endabrechnung nicht begleichen.

3 Replies to “Abgezockt”

  1. Tja, da hat der Vermieter wohl mal versucht, unter dem Motto „Mal sehen, ob die’s merken“, Euch etwas mehr Geld aus den Taschen zu ziehen. Mal schaune, mit ewas er Euch das nächste Jahr kommt… ;-)

  2. Die Antennenanschlußgebühren muss wohl jeder Mieter bezahlen. Ich auch. Das hat etwas mit dem Recht auf Informationsfreiheit zu tun. Der Vermieter muss den Mieter die Möglichkeit bieten sich per Radio/TV zu informieren.
    Nun gibt es die Möglichkeit das jeder Mieter seine eigenen Antenne aufstellt. Oder das eine Hausantenne aufgestellt wird. Da gibt es mittlerweile schon einige Urteile zu, denn ich würde auch lieber eine SAT-Schüssel anstatt dieser blöden Hausantenne haben. Gibts aber nicht.

    Also: Bezahlen muss man das Ding. ABER! Nebenkosten muss der Vermieter nachweisen können. Er darf sich nicht einfach irgend einen Betrag aus der Nase ziehen.
    Das einfachste wäre also die Vermieterin mal aufzufordern die Abrechnungen vorzulegen.
    Sollte es tatsächlich einen Wartungsvertrag über 1050 Euro geben, dann habt ihr relativ schlechte Karten. Die Kosten sind da, sie sind begründet und sie dürfen auf die Mieter umgelegt werden.
    Ob die Kosten in der Höhe der Leistung entsprechen, steht auf einem anderen Blatt. Im Zweifellsfall müsste man versuchen zu klagen.

    Bei uns war es der Hausmeister der nicht so wirklich existent war. Dann machte man aus dem Hausmeister einen Hauswart, der zwar vorhanden aber nicht willig war. Mittlerweile haben wir ein Facillity-Management. Die bekommen pro Jahr eine pauschale Summe um kleinere Schäden am Haus zu reparieren. Ist ungerecht wenn die für 1 Glühbirne wechseln einmal im Jahr pauschal x-tausend Euro bekommen. Dafür habe ich sie aus Rache auch schon mal nachts um 12 angerufen und denen bescheid gesagt das im Treppenhaus eine Birne kaputt ist ;)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren