Antrag abgelehnt

Der Kampf um die Förderung meiner beruflichen Weiterbildung geht in die zweite Runde, wobei die erste nicht gut gelaufen ist für mich. Aber der Reihe nach. Mein bisheriger Berater bei DER AGENTUR hatte mich mit einer großzügigen Verspätung von neun Monaten auf die Möglichkeit einer Ausbildungsförderung aufmerksam gemacht. Vielleicht sollte ich ihm dankbar sein, dass er es überhaupt erwähnt hat.

Undankbar und wenig unterwürfig, wie ich bin, habe ich aber nur die Dinge im Blick, die falsch gelaufen sind. Und das sind gar nicht so wenige. Jedenfalls wurde mir beim letzten persönlichen Gespräch von dieser Förderungsmöglichkeit erzählt. Ich weiß nicht, ob es nur ein dummer Zufall ist, dass das neue Ausbildungsjahr gerade begonnen und die Ausbildungsplätze in den Firmen schon vergeben waren.

Im Gespräch selber wusste ich dass noch nicht und frage deshalb nach, ob ich denn bei einer Ausbildung zum Mediengestalter mit Unterstützung durch die AfA rechnen könnte. Mein Berater bejaht dies, merkte aber an, dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt später nicht sehr gut sein – trotzdem würde er meinen Antrag bewilligen.

Einen Ausbildungsplatz zum Mediengestalter habe ich natürlich nicht bekommen. Auch keinen als Fachinformatike, bei dem die Arbeitsmarktsituation besser aussieht. Aber ich habe einen überbetrieblichen Ausbildungsplatz zum Staatlich geprüften Fachinformatiker ergattern können. Den Ausbildungsvertrag dafür habe ich am vergangenen Samstag erhalten.

Bereits letzte Woche hatte ich einen Antrag auf Förderung gestellt und gestern Post vom Berater bekommen: ein Ablehnungsbescheid.
Der weicht allerdings erheblich von dem ab, was mir der „Gute” ein paar Tage vorher am Telefon erzählt hat. Da sprach er noch davon, dass die Maßnahme nicht gefördert werden könne, weil der Träger nicht zertifiziert sei und weil es keine betriebliche Ausbildung ist, sondern „nur” eine überbetriebliche.

Im Ablehnungsbescheid steht davon nichts mehr, sondern:

Nach hiesigen Feststellungen sind die Eingliederungschancen der ausgewählten Maßnahme nicht hinreichend, um mit der erforderlichen hohen Wahrscheinlichkeit von einer anschließenden Integration im gewünschten Berufsfeld ausgehen zu können. So stehen dem derzeitigen Angebot von 60 gemeldeten offenen Stellen einem Kräfteangebot von 434 qualifizierten Bewerben allein im Agenturbezirk Bielefeld gegenüber.

Kleines Detail am Rande: das Schreiben bezog sich auf Wirtschaftsinformatiker und nicht Staatlich geprüfte Informatiker. Die Zahlenspielerei in der Ablehnung ist mir völlig egal, denn interessant ist, dass er überhaupt damit argumentiert, wenn er doch vorher ganz andere Sachen die wesentlich erfolgloser gewesen wären, gefördert hätte.

So wie ich das sehe, geht es dem Berater letztendlich nur darum, Recht zu behalten, denn meiner Wunschmaßnahme stand er von Beginn an ablehnend gegenüber. Selbst bei veränderter Sachlage beharrte er darauf, die Maßnahme nicht bewilligen zu können.

Nach Posteingang gestern habe ich mich kostümiert (Anzug, Schlips) und bin zur Agentur gegangen, um den Teamleiter meines Beraters zu sprechen. Ausnahmsweise mal problemlos würde mir die Tür dorthin geöffnet. Ein völlig neue Erfahrung. Der Teamleiter, der eine Teamleiterin war, nahm sich die Zeit, mit mir noch mal meinen Fall durchzusprechen. Für mich gab es zwei Ziele. Zunächst einmal wollte ich künftig einen anderen Berater oder Beraterin haben, da es von meiner Seite kein Vertrauen mehr zu meinem bisherigen Berater gibt. Dafür ist einfach auch zu viel vorgefallen. Der zweite Schritt ist dann die erneute Prüfung meines Antrags.

Beides konnte ich erreichen, so dass es jetzt in die zweite Runde geht, wie einleitend erwähnt. Den Termin bei der Beraterin habe ich nächste Woche, so dass ich jetzt Zeit habe, um mich mit Zahlen und Daten zu munitionieren, die den Erfolg der Weiterbildungsmaßnahme belegen können.

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