Leises Gift

Leises Gift

Wenn Google Luft holt, schreit die ganze Welt, zeigt mit den Fingern auf die Firma schreit was von wegen Datenkrake und Zensur. Auf der anderen Seite stehen die Meldung im Randbereich einer Tageszeitung, die viel bedenklicher sind als die neusten Pläne von Google. Dort regt sich merkwürdigerweise kein Protest.

Sicher, Firmen, die Onlinewettgeschäfte betreiben sind keine Sympathieträger. Wenn das Kerngeschäft von Betanwin von Behörden in Deutschland beschnitten wird, ist das auch in der ach so hippen Blogspähre kein Thema. Sollte es aber sein, denn es ist ein kleines Detail am Rande, das eigentlich bei jedem Bürger die Alarmglocken klingeln lassen sollte.

Im Zusammenhang mit dem Verbot von privaten Sportwetten und den Versuch, den Boden für ein staatliches Monopol wieder zurück zu erobern, wird wahrscheinlich auch zum Mittel der Zensur gegriffen. Bayerns Innenminister Günther Beckenstein gehört zu den zahlreichen Unterstützern eines Vorgehens, mit dem Internetprovider in die Pflicht genommen werden sollen. Der Internetzugang zu Anbietern im Ausland müsse durch technische Mittel verhindert werden, so der Tenor. Machbar sei dies schließlich.

Es stellt sich da die Frage, was nicht nur alles machbar ist, sondern bereits fernab der öffentlichen Aufregung gemacht wurde. Wenn Google zensiert, so lässt sich ohne viel Mühe eine andere Suchmaschine verwenden. Was aber, wenn die Zensur an anderer Stelle ansetzt? Wenn es die Provider sind, die Filter vorschalten? Hersteller wie Cisco sind längst dabei, auf Hardwarebene Filtermöglichkeiten zu implementieren.

One Reply to “Leises Gift”

  1. Dann gibt es immer noch genügend Anonymisier-Dienste, mit denen der Zugang trotzdem möglich ist. Die Chinesen zeigen einem ja auch täglich aufs neue, wie man solche Sperren umgehen kann.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren