Falsches Pferd

Falsches Pferd

Laut Meinungsumfrage von Forsa steckt die SPD in einer schweren, existenziellen Krise. Habe ich jetzt etwas doch auf das falsche Pferd gesetzt? Oder ist es die Chance, den Marsch nach ganz oben in Rekordzeit zu schaffen? Die Partei soll laut Forsa-Chef Manfred Güllner schon froh sein, wenn sie bei der nächsten Bundestagswahl überhaupt 30 Prozent erreicht. Der Anfang vom Ende? Die SPD auf dem Weg zur Interessenspartei? Wobei, letzteres ist sie ja bereits wieder – allerdings vertritt sie mittlerweile nicht mehr wie früher die Interessen der Arbeitnehmer.

Dringender den je wird es Zeit, da was dran zu ändern. Aber sicher nicht mit Kurt Beck, den Güllner für die einzige Hoffnung der ehemaligen Sozialdemokraten hält.

Meinungsumfragen, den den Untergang belegen, gibt es auch bei anderen Meinungsfälschern bzw. -forschern. Bei Emnid wird davon gesprochen, dass die SPD-Anhängern sich nicht mehr in der Regierung vertreten fühlen. Jede Wette, dass das für die Anhänger der CDU auch gilt. Wobei für so was offensichtliches keine teure Umfrage notwendig sind.

Laut SPD-Generalsekretär Hubertus Heil gäbe es „in Deutschland eine Mehrheit für soziale Demokratie” die organisiert werden müsse. Ein Mehrheit für soziale Demokratie gibt es tatsächlich, nur fühlt diese sich wohl nicht mehr bei der SPD aufgehoben. Um die Menschen wieder in diesem Land für eine Politik sozialdemokratischer Prägung zu begeistern, bedarf es einer Neuausrichtung der Partei. Am besten noch bevor sich die Mehrheit in diesem Land selber anders organisiert.

3 Replies to “Falsches Pferd”

  1. Siehste, Thomas, und das macht man am besten aus der Partei heraus. Von der Basis sozusagen. Ich hoffe sehr stark, dass die nun beginnende Programmdebatte auch zu einem brauchbaren neuen Grundsatzprogramm führen wird.

    Diese Chance bekommt die Parteiführung von mir. Nicht, weil ich dieselbe so toll finde, sondern weil ich ein paar Wenigen diesen „Laden“ nicht so einfach zur freien Verfügung überlassen will.

    In unserem Unterbezirk startet die Debatte kommenden Montag. Da werde ich arbeitsbedingt nicht teilnehmen, bin aber als örtliches Vorstandsmitglied natürlich damit befasst. Mal sehen, was uns Mitgliedern an Eckpunkten vorgeschlagen wird.

    Das wird vor allem für unsere „Führung“ ganz sicher kein Selbstläufer! Jedenfalls nicht, wenn es nach mir ginge. Was das betrifft, würde ich übrigens die Hubsi-Stelle erstmal als erstes streichen…

  2. @Henning: sozialdemokratische Politik bedeutet nicht, dass man die ganzen Pfeifen in den Spitzenpositionen belässt. Altkader werden grundsätzlich bei der PDS bzw. Linkspartei endgelagert ;-)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren