Von fremden Planeten

Zum ersten Mal von den so genannten Planeten habe ich gestern im law blog gelesen – wieder mal im Zusammenhang mit der um sich greifenden Selbstbedienungsmetalität mancher Zeitgenossen. Die Diskussion dort um das Weiterverwerten fremder Inhalte ist sehr spannend zu verfolgen, wobei mich nach wie vor wundert, wie wenig verbreitet in Deutschland das Unrechtsbewusstsein ist.

Es scheint auch aktuelle Mode zu sein, statt Einsicht freches Verhalten an den Tag zu legen, frei nach dem Motto „Wenn ich nur laut genug schrei, komme ich damit durch”. In den Kommentaren beim law blog zum Thema wird sich zum Teil sehr darum bemüht, jegliche sachliche Diskussion zu vermeiden. Neid und persönliche Angriffe auf andere sind wohl eines der Phänomene zu sein, die das Web 2.0 so mit sich bringt.

Dabei ist es mit ein Wenig gesunden Menschenverstand ganz einfach zu entscheiden wer auch moralisch im Recht ist. Nur weil ein RSS-Feed als Service für die Leser angeboten wird, ist dies kein Freibrief, sich fremde Inhalte zu eigenen zu machen und diese für eigene Zwecke zu verwerten.
Auch auf dem Wochenmarkt ist das Obst und Gemüse frei zugänglich. Dennoch gilt derjenige, welcher sich einfach daran bedient, nicht ohne Grund als Dieb.

Auch wenn es anderorts üblich ist, Menschen, die älter sind als 30 Jahre, von der Klippe zu stoßen, heißt das noch lange nicht, dass jeder damit einverstanden ist und das wohlmöglich auch noch legitim zu sein hat. Nur weil jemand nicht alle Formen der Contentumwidmung kennt, kann ihm noch lange nicht vorgeworfen werden, er sei weltfremd.

Im Impressum vom law blog steht folgendes zum Thema:

Die Inhalte dieses Weblogs unterliegen dem Urheberrecht. Eine Verbreitung der Inhalte, die über das gesetzlich Zulässige (z.B. Zitate) hinausgeht, bedarf der vorherigen Zustimmung. Dies gilt uneingeschränkt auch für die RSS-Feeds.

Unabhängig von der Rechtslage ist das ein eindeutige Willensbekundung, an der erkennbar ist, dass Udo Vetter bestimmte Form der Nutuzung seiner Inhalte nicht wünscht.

Wer das nicht beachtet, darf sich nicht wundern, wenn er Post bekommt.

Argumente wie

ihr macht das ganze internet kaputt mit eurer „ ich bleib auf den texten sitzen weil _ich_ sie geschrieben hab”-attituede.

verdrehen die Wirklichkeit. Im Internet werden viele Informationen und andere Texte, sogar Programme, der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung gestellt – lediglich mit dem Hinweis, doch bitte so nett zu sein und das Urheberrecht zu achten. Wenn solche Bitte regelmäßig überhört werden, führt das dazu, dass sich die Anbieter fragen werden, warum sie sich eigentlich noch die Mühe machen, wenn der Wert ihrer Arbeit doch für so gering erachtet wird.

Letztendlich wird die hemmungslose Selbstbedienung das Internet kaputt machen – genau so, wie auch jedes andere Soziale Netz durch den Missbrauch gefährdet ist.

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