Blog, mon amour!

Die anhaltende Hitze scheint auch unter den Bloggern Opfer zu fordern – zumindest aber wirkt sie sich nachhaltig auf die Anzahl der Artikel aus, die in meinem Newsreader aufschlagen. Nur die wenigsten sind wohl in den Urlaub oder mit ihrem Nootebook an ein kühles Schattenplätzchen geflüchtet. Der größte Teil wird wohl, so wie ich, mehr oder weniger still vor sich hin leiden.

Während also die Wetterfrösche in ihren Gläsern bereits von einer Kaltwetterfront träumen, verfallen Bloger mit Schreibdrang darauf, sich gegenseitig Stöckchen an den Kopf zu werfen. Das ist nur manchmal wirklich originell, sorgt aber dafür, dass sich auf billige Art zumindest etwas Content beschaffen lässt, der die Leser bei der Stange hält.

Ich für meinen Teil haben den Wald, aus dem die ganzen Stöckchen stammen müssen, noch nicht entdeckt. Statt aber irgendwo in Nachbars Garten Zweige abzubrechen oder darauf zu warten, dass mir jemand ein Stöckchen an den Hinterkopf wirft, werde ich lieber selber aktiv.

Wenn es eine Regel geben sollte, die einem untersagt, selber ein Stöckchen zu erfinden, dann habe ich sie jedenfalls noch nicht gefunden. Daher nehme ich mir also die Freiheit, mir selbst eins auszudenken. Ob das von Erfolg gekrönt sein wird, hängt sowohl von der Idee als auch von der Bereitschaft anderer zum mitmachen ab.

Typische Fragestöckchen finde ich, ganz persönlich, auf Dauer langweilig. Mir liegt eher etwas anderes. Aus diesem Grund wird das Stöckchen eine sich (hoffentlich) weiterentwickelnde Geschichte. Den Anfang, also das Ur-Stöckchen gebe ich vor, die Empfänger nehmen den Faden auf und spinnen ihn weiter. Ein Bezug zum Titel des Stöckchens sollte aber erhalten bleiben.

Die Idee dahinter ist, dass so ganz verschiedene Erzählungen zustande kommen, da sich die Handlungsstränge immer wieder aufteilen.
Jeder, der das Stöckchen weiter wirft, verlinkt auf den unmittelbar vorhergehenden Teil. Wer seine Artikel taggt, sollte das bei dem Stöckchen mit dem Begriff „ Blog mon amour” tun.

Kleines Beispiel dazu: Ich werfe das Stöckchen an Blogger A, B und C. Diese führen die Erzählung weiter und verlinken auf mich. Anschließend werfen sie das Stöckchen an andere. Wenn A an D,E und F wirft, knüpfen sie an den Teil von A an und schreiben weiter. Sie verlinken dann an A. Genauso verfahren B und C.

Eine Erzählung, die wie ein Baum immer weiter verzweigt und ganz unterschiedliche Blüten bilden wird. Wo das endet oder hinführt? Keine Ahnung, aber ich finde, es ist ein Versuch wert.

Nach dem der technische Teil jetzt hoffentlich ausreichend erklärt ist, kommt hier der Anfang von mir:

Blog, mon amour!

Es war die große Liebe eines Sommers, der in Paris mit den ersten warmen Tagen im Juli begann. Während anderswo gegen irgendwas demonstriert wurde, saßen sie, noch nicht einander vorgestellt, in einem kleinen Internetcafe in einer Seitenstraße, weit ab von den üblichen Wegen, auf denen Touristen von einer Sehenswürdigkeiten zur nächsten gescheucht wurden. Paris in vier Stunden – ein Nepp für Leichtgläubige und übergewichtige Fotografen, die sich für Kunstkenner hielten, aber nicht ohne ihre Mütter in der Lage sein würden, sich ordentlich anzuziehen.

In dieser ruhigen Straße mit dem kleinen Internetcafe jedenfalls, schien die Zeit still zu stehen, was sie aber nicht tat. Die Zeiger der Uhr über den Tressen am Eingang drehten unerbittlich ihre Runden und der Münzeinwurf an den Computern schrie ständig nach neuen Opfergaben. Es war dieser Moment, als mitten in einer halb geschriebenen eMail der Griff ins Portmonee ins Leere führt und sich ihre Blicke zum ersten Mal trafen.

Grundsätzlich ist jeder dazu aufgerufen, dieses Stöckchen aufzunehmen. Explizit einladen das Stöckchen aufzufangen möchte ich darüber hinaus folgende Blogger (in keiner bestimmter Reihenfolge): cozmic, Gwen, Ilona, Nobbi, Jeriko, Jens, Distel, killercup, bertoniloose und LeSven.

Macht was draus!

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