Schleichblogger

Schleichblogger

In der Süddeutschen Zeitung brachte Ingo Salmen es heute sehr schön auf den Punkt, was das Blogger letztendlich mit bezahlten Astras und anderen Formen der Schleichwerbung bewirken:

Die Blogspähre selbst, die sich gerne als Avantgarde eines neuen Bürgerjournalismus feiert, könnte am Ende als Verlierer dastehen. Sollten derartige Praktiken Schule machen, stände ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.

Nachzulesen im Medienteil der Printausgabe.

13 Replies to “Schleichblogger”

  1. „…derartige Praktiken“: Das Problem besteht immer für beide Seiten: Die Glaubwürdigkeit der Blogger ist nicht mehr gefährdet als die der Kollegen bei den Printmedien.(Ansprüche: siehe nr und die Diskussion darüber..) Auch die Süddeutsche Zeitung finanziert sich durch Werbung.

  2. Wohl war, dass sich die auch die Süddeutsche Zeitung durch Werbung fianziert. Nur sind dort, wie in den meisten ernstzunehmenden anderen Printmedien, Werbung und redaktionelle Teile deutlich sichtbar voneinander getrennt. Gegen Werbung habe ich auch generell nichts. Wer in seinem Blog etwas dazu verdienen will und über AdSense Anzeigen einlendet, bei dem steht allerdings (meistens) dann auch dran, dass es Werbung ist.

  3. Wie würdest Du dazu stehen, wenn jetzt jemand alle Blogeinträge mit Astra-Erfahrungsberichten (von der Aktion damals) als „Werbung“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet hätte?

  4. Vollkommen richtig! Jeder sollte jeweils klar kennzeichnen, was er (für wen) tut. Mich stört nur, dass Printjournallisten den Bloggern ihre schwarzen Schafe aufzählen, statt die Diskussion über journalisitsche Unabhängigkeit in den eigenen Reihen zu führen.

  5. Die Diskussion um das Fehlverhalten in den Printmedien gibt es haufenweise – zumindest ist es in der SZ leicht, darüber zu stolpern. Der Artikel im Volltext hatte auch weniger was Oberlehrerhaftes, wie das vielleicht durch das verwendetet Zitat zum Ausdruck kommt (ich kann den Artikel auch gern einscannen und per eMail verschicken…).

    @Gwen: Wenn das so passieren würde, wäre das die Rückeroberung der Glaubwürdigkeit. Wobei: Ich habe damals zum Beispiel Pia verteidigt, da die Angriffe wegen der Aktion ziemlich daneben waren.

    Und das sie aus meiner Blogrolle rausgeflogen ist, liegt nicht an der Werbung under fehlender Glaubwürdigkeit, sondern an dem verkrüppelten RSS-Feed.

  6. Merkwürdig finde ich bei vielen Bloggern doch, dass sie es vor einigen Jahren noch strikt gegen das waren, was sie heute praktizieren. Dies war es ja auch, was sie damals von den etablierten Medien abgehoben und interessant gemacht hat.

    Heute sind einige Blogger selber Teil der etablierte Medien. Geld verdirbt den Charakter und beseitigt Bedenken.

    Auf lange Sicht werden diese etablierten Blogger aber aussterben. Denn sie unterscheiden sich jetzt schon kaum noch von den etablierten Medien. Wo kein Unterschied, da ist auch nichts interessantes.
    Ich gehe davon aus, dass Blogger die sich nun dem Kommerz hingeben, oder das Bloggen professionalisieren wollen, in 1-2 Jahren den Blog-Löffel wegen mangelnder Besucherzahlen abgeben.

  7. Wie heisst es so schön: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Wobei in diesem Fall wohl die zuerst die Moral da war, die dann Stück für Stück aufgefressen, bzw. gegen Glasperlen eingetauscht wurde.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren