Zu Hause im Sandkasten

Nach dem Host Köhler, der Bundespräsident, welcher sein Lachen verkaufte, der großen Koalition vorgeworfen hat, sie würde nur Sandkastenspiele betreiben und Bundeskanzlerin (Merkel) eine mögliche Koalition von Union, FDP und Grünen nicht völlig ausgeschlossen hat, steht die SPD vor einem Scherbenhaufen.

Ihre Macht scheint zu bröckeln, von der Basis ist ein deutliches Murren zu hören – zuletzt im Zusammenhang mit der Unternehmenssteuerreform. Zu allem Unglück noch steht die Sommerpause bevor. Eine Zeit, in der normalerweise die Mandatsträger Berlin verlassen, in den Urlaub oder nach Hause fahren. Auf jeden Fall werden die sommerlichen Tage genutzt, um im Rahmen der stattfindenden Stadt-, Dorf- und sonst was Feste den heimischen Wahlkreis zu hätscheln, also denen daheim Honig um den Mund zu schmieren.

Im allgemeinen fühlt sich der gewöhnliche SPD-Abgeordnete im heimischen Sandkasten ganz wohl. Selbst Hinterbänkler bekommen dort das Gefühl, wichtig zu sein und gebraucht zu werden.

Diesmal aber wird der Sommer wohl anders werden. Durchaus vorstellbar, dass so mancher SPDler in Berlin bleibt und in den lauen Sommernächten mit hängenden Schultern von einer Bar zur nächsten schleicht. Nach Hause, in den Wahlkreis wird er sich nicht trauen, denn dort müsste er Rede und Antwort stehen.

Ludger, wieso hast du denn nichts gesagt in Berlin? Willy, was war das denn mit der Mehrwertsteuererhöhung? Rudi, im Wahlkampf waren wir doch für was ganz anderes!

Außer Schweigen oder ein hilfloses Stammeln würde der Abgeordnete nichts zustanden bringen. Das Vertrauen, welches er vorher an der sozialdemokratischen Basis genossen hat, ist verschwunden. Lieber also in Berlin verstecken, denn von dort aus betrachtet, ist zu Hause weit weg. So weit weg, wie die Mandatsträger im allgemeinen auch von den den Bürgern, deren Leben und der Realität sind.

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