Marsch der Liebe

Eigentlich ist der Titel falsch. Es ist weder ein Marsch noch eine Parade der Liebe, sondern ein Fest des Kommerz – zumindest Dr. Motte sieht das mittlerweile so. Aber der Reihe nach.

Am Samstag fand nach zwei Jahren (Zwangs-)Pause in Berlin wieder eine Loveparade statt. Um ehrlich zu sein, mit ist gar nicht aufgefallen, dass sie in den letzten Jahren nicht stattgefunden hat. Vermisst habe ich sie nicht. Liegt aber wohl auch bei mir daran, dass ich Techno nicht für eine Musikform, sondern für eine Krankheit halte.

Sicher, es lässt sich einwenden, dass diese Form der Massenbeschallung doch immerhin eine Million Hörsturzgefährdeter Menschen nach Berlin gelockt hat. Aber mit der Loveparade ist das genauso wie mit einer ganz anderen Veranstaltung, die in Berlin aufgeführt wird.

Nur weil eine knappe Mehrheit (wobei sich darüber auch streiten lässt) der Angela Merkel ihre Partei gewählt hat, darf sie jetzt das Land reformieren. Gut ist das noch lange nicht. Interessanter Weise schließt sich aber da der Kreis. Denn durch die von unserer Bundeskanzlerin mit initiierten Gesundheitsreform kommen die Krankenkassen in Zukunft nicht mehr für den Raver auf, der sich durch wiederholten Konsum von Techno-Lärm um sein Hörvermögen gebracht hat.

Tragen wir also unsere Hoffnungen auf guten Musikgeschmack und gerechte Politik zu Grabe und legen im Angedenken an bessere Zeiten noch einen Strauß Sonnenblumen auf die frisch aufgewühlte Erde. In Zehn Jahren dann schieben Zivis und Pflegekräfte die ersten Techo-Opas und Omas im Rollstuhl Richtung Siegessäule.

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