Trauernde Tierfreunde

An der Stelle, wo der als „Bruno” bekannte Braunbär erschossen wurde, haben Unbekannte eine Gedenkstätte für das tote Tier errichtet. Mit Holzkreuzen, Blumen und einem Teddy.

Nun ist es ja tatsächlich so, daß sich über den Abschuss des Tieres trefflich streiten lässt. Auch nach seinem Tot ist das Fell noch längst nicht verteilt, wie der Streit um den Kadaver mit Italien zeigt. Daher sollte es Tierschützern gerne zugestanden werden, wenn sie ihren Unmut und ihre Enttäuschung in sachlicher Form vorbringen.

Beschimpfungen und Todesdrohungen gehen allerdings zu weit. Die Menschen, die sie aussprechen zeigen dadurch auch, daß ihnen der Wert des Lebens im Prinzip doch gleichgültig ist, denn sonst würde sie nicht auf die Idee kommen, Blutrache zu fordern. Wer die Jäger mit dem Tod bedroht, sinkt auf ein erbärmlich niedriges Niveau herab, welches jegliche weitere sachliche Diskussion erschwert, wenn nicht sogar verhindert.

Die Aufstellung von Holzkreuzen schließlich ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. Nicht nur, daß in Deutschland täglich Kinder sterben, für die sich die Öffentlichkeit nicht interessiert (und wenn doch dann nur, weil sie gestorben sind, denn zu Lebzeiten waren sie der Umwelt egal). Die Einrichtung einer Gedenkstätte für Bruno zeigt eine für Deutschland typische Eigenschaft. Tiere gelten hierzulande mehr als Menschen.

Anderswo können Menschen an Mangelernährung sterben, bei uns gibt es dagegen das beste Hunde- und Katzenfutter. Das und nicht der Tot des Braunbären, macht mich wirklich traurig.

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