Trauernde Tierfreunde

Trauernde Tierfreunde

An der Stelle, wo der als „Bruno” bekannte Braunbär erschossen wurde, haben Unbekannte eine Gedenkstätte für das tote Tier errichtet. Mit Holzkreuzen, Blumen und einem Teddy.

Nun ist es ja tatsächlich so, daß sich über den Abschuss des Tieres trefflich streiten lässt. Auch nach seinem Tot ist das Fell noch längst nicht verteilt, wie der Streit um den Kadaver mit Italien zeigt. Daher sollte es Tierschützern gerne zugestanden werden, wenn sie ihren Unmut und ihre Enttäuschung in sachlicher Form vorbringen.

Beschimpfungen und Todesdrohungen gehen allerdings zu weit. Die Menschen, die sie aussprechen zeigen dadurch auch, daß ihnen der Wert des Lebens im Prinzip doch gleichgültig ist, denn sonst würde sie nicht auf die Idee kommen, Blutrache zu fordern. Wer die Jäger mit dem Tod bedroht, sinkt auf ein erbärmlich niedriges Niveau herab, welches jegliche weitere sachliche Diskussion erschwert, wenn nicht sogar verhindert.

Die Aufstellung von Holzkreuzen schließlich ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. Nicht nur, daß in Deutschland täglich Kinder sterben, für die sich die Öffentlichkeit nicht interessiert (und wenn doch dann nur, weil sie gestorben sind, denn zu Lebzeiten waren sie der Umwelt egal). Die Einrichtung einer Gedenkstätte für Bruno zeigt eine für Deutschland typische Eigenschaft. Tiere gelten hierzulande mehr als Menschen.

Anderswo können Menschen an Mangelernährung sterben, bei uns gibt es dagegen das beste Hunde- und Katzenfutter. Das und nicht der Tot des Braunbären, macht mich wirklich traurig.

One Reply to “Trauernde Tierfreunde”

  1. Da hast aber du sowas von recht! Stimme dir voll zu, insbesondere bei den letzten beiden Absätzen! Als ob wir keine anderen Probleme hätten.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren