Zweimal sieben

Wenn es nach Franz Reichsarbeitsminister Müntefering gehen wird, dann findet sich Anfang 2007 die Rente mit 67 als Beschlussvorlage im Deutschen Bundestag auf den Pulten der Mandatsträger, die dann brav ihr Händchen heben dürfen, während der einfache Arbeiter draußen künftig zwei Jahre länger mehr als nur eine Hand heben muß. Im Grunde könnte, wenn die Regierung schon mal dabei ist, die Rente mit 70 eingeführt werden.

Die drei Jahre mehr erhöhen die Chance des frühzeitigen, kassenverträglichen Ablebens. Gleichzeitig ist 70 an sich doch eine schöne gerade Zahl, die viel eher Anlass dazu bietet, den Arbeitnehmer in die Rente zu verabfeiern. Wenn dann noch Geburtstag und Kündigung zusammenfallen, wird zusätzlich Geld eingespart, da der Arbeitnehmer zu seinem Jubiläum nur noch ein Präsent bekommt (warme Worte und kräftiges Handschütteln gelten bereits als Geschenk).

In Anbetracht der aktuellen Entlassungen und der allgemeinen Entwicklung dürften aber sowohl die Rente mit 70 als auch die mit 67 utopisch sein, denn Arbeitnehmer ab 50 werden bereits in vielen Firmen gnadenlos rausgeworfen. Da sich eine Neueinstellung in dem Alter im Wahrscheinlichkeitsbereich eines Lottogewinns bewegt, bedeutet die Rente mit 67 dann 186 Monate Hartz IV (die zur Zeit 18 Monate Alg I wurden bereits rausgerechnet).

Aber wie heißt es so schön: Im Alter sind die Ansprüche nicht mehr so groß, da ist es dann nicht schlimm, wenn monatlich mal gerade etwas weniger als das Existenzminimum zur Verfügung steht.

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