Weiterbildungsbrief

Weiterbildungsbrief

Heute trudelte ein Brief von DER AGENTUR ein. Eine Einladung zu einem Gespräch über meine berufliche Weiterbildung. Fast hätte ich laut gelacht. Im Dezember, bei meinem ersten Gespräch, in dem ich explizit nach Weiterbildungsmöglichkeiten gefragt hatte, wurde mir gesagt, daß es in meinem Fall keine Möglichkeit zu Weiterbildung geben würde. Ich bin mal gespannt, worüber der Unbekannte (der Brief war mit keinem Namen und keine Unterschrift versehen) mit mir denn dann reden möchte. Auf keine Fall lasse ich mich zum Auffüllen in Kurse stecken, die von Niveau her einer Teppichkante nicht das Wasser reichen könnten.

3 Replies to “Weiterbildungsbrief”

  1. Moin…
    bin momentan auch in einer Weiterbildung der ‚Agentur‘, bzw. ihrer Partner.
    Ich würde nicht sagen, dass das ein Teppich-Kanten-Niveau ist – zum einen lerne ich wirklich was Neues (okay, es ist kein WUnder, wenn ein Biologe zum BWL-Kompetenten umgeschult wird!), zum anderen verlernt man, über seine Situation zu jammern und den Arsch nicht hochzukriegen.

    Merke: nicht alles von der Arge ist schlecht! (Kann es aber trotzdem sein…, ich weiss!)

  2. Ich kenne mindestens drei Leute, die in Kursen gelernt haben, einen Computer einzuschalten. Wirklich nicht mehr als rumsitzen und Zeit totschlagen.

    Ein anderer musste zu einem Kurs, Schreibmaschiene lernen. Er ist ausgebildeter Gerichtsdiener, hat sozusagen ein Diplom für Schreibmaschiene! Dazu sogar eine ganz gute Anschlagzahl pro Minute. Aber er kam da nicht raus: „Entweder sie gehen dahin oder es gibt keine Unterstützung mehr.“

    Ich hatte damals eine Umschulung, die sehr gut war und mich direkt in eine (jetzt pleite gegangene) Agentur führte. Hab mich aber selbst drum bemüht und alles fürs Amt vorbereitet, die mussten dann nur noch zustimmen, was sie gern getan haben.

    Es scheint sehr vom Sachbearbeiter abzuhängen. Nachdem ich ein ganzes Jahr darum gekämpft habe, einen Sprachkurs machen zu dürfen, hat man jetzt meine Mappe „verloren“, somit wurde erstmal alles neu aufgenommen, Anträge müssen später neu gestellt werden, etc. Ich habe in den 15 Monaten erneuter Arbeitslosigkeit noch kein einziges Mal meinen „Vermittler“ gesehen, geschweige denn einen Termin bekommen oder einen einzigen Brief beantwortet bekommen. Im Call-Center wiegelt man ab und sagt, dass man es weiter leitet. Aber bei dem ganzen Käse, den ich inzwischen auch von anderen gehört habe, kann es wohl auch ein Vorteil sein, wenn sich keiner meldet.

  3. Ich weiß ja nicht, ob ich es schon erwähnt habe: Einen nicht geringen Teil meiner Arbeitszeit bei meinem letzten Brötchengeber habe ich damit verbracht, als Dozent in Maßnahmen der Agentur für Arbeit (die damals noch schlicht Arbeitsamt hieß) zu unterrichten – unter anderem den Europäischen Cpmuterführerschein. Entsprechend allergisch reagiere ich, wenn man versucht, mich in Computerkurse für Anfänger zu packen. Aber ich lass mich mal überraschen, was das am Montag geben wird.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren