Die WM und der Ladenschluss

Die WM und der Ladenschluss

In vielen deutschen Städten werden die Ladenschlusszeiten zur WM gelockert. Besonders großzügig geht es in fünf der zwölf Städten zu, die WM-Austragungsorte sind. Dort haben die Geschäfte rund um die Uhr auf.

Da ist es natürlich auch für Bloger an der Zeit, mitzuziehen. Als besonderer Service an meine Leser wird dieser Blog während der WM (und sogar darüber hinaus) täglich 24 Stunden verfügbar sein.

Aber mal ganz im Ernst: die Lockerung der Ladenöffnungszeiten bzw. deren völlig Aufhebung ist absolut überflüssig. Feige ist es vor allem, die WM als Anlass vorzuschieben. Das ist doch nur ein Testballon, um dauerhaft das Ladenschlussgesetzt zu torpedieren.

Es glaubt doch wohl keiner ernsthaft, daß WM-Besucher die längeren Ladenöffnungszeiten in Anspruch nehmen. Ich jedenfalls kann mir keinen ausländischen Fußballfan vorstellen, der nach einem WM-Spiel noch mal schnell ins nächste Möbelgeschäft fährt, um sich eine neue Schrankwand für zu Hause zu kaufen. Oder in den nächsten Geizmarkt, um einen 90 Zoll LCD Bildschirm mit Surround-Anlage zu erstehen.

18 Replies to “Die WM und der Ladenschluss”

  1. finde ich auch das es kommplet schwach sinig ist!!!!
    sogar hier in meiner stadt die ca. 30-40km von Stuttgard enfernt liegt sollen die geschäfte 24stunden auf haben. Die stadt begründets dann auch noch da mit das die frauen werden den spielne ein kaufen gehen können aber welche frau die entweder eine freund oder verheiratet ist geht allleine ein sofa kaufen

  2. Der geneigte Fussball-Fan hätte dann aber die Möglichkeit rund um die Uhr Wicküler Bier aus dem Supermarkt zu holen, wenn Bielefeld WM-Stadt wäre.

  3. Den Ladenschluss ganz aufzuheben würde ich wirklich begrüßen, warum wäre eine generelle Aufhebung schlecht? Ich glaub zwar auch nicht, dass jemand um 1 Uhr nachts noch ins Möbelgeschäft fährt, aber wenn der Supermarkt bei mir um die Ecke Tag und Nacht geöffnet hätte, wäre das schlicht weg praktisch.

  4. @Rauthorim: Wozu? Jeder erwachsene Mensch sollte in der Lage sein, seine Lebensmittel Vorräte so zu planen, daß ihm nicht um drei Uhr nachts das Backpulver ausgeht. Wenn der Supermarkt um die Ecke rund um die Uhr geöffnet hat, müssen da auch Menschen arbheiten, die dich bedienen. Menschen mit Familie.

  5. @tboley:
    Klar „muss“ dann dort jemand arbeiten. Ich sehe darin wirklich kein Problem.

    Schon allein dadurch, dass es sich wahrscheinlich nur in Großstädten rechnen würde durchgehend geöffnet zu haben, würde sich das imho einigermaßen regulieren.

  6. Ich sehe in einem Wegfall der Ladenöffnungszeiten nur den beginn eines neuen Zeitalters der Ausbeutung. Warum? Ganz einfach. Jeder von uns kann rechnen – zumindest gehe ich davon mal aus. Wenn die Geschäfte rund um die Uhr auf haben würden, wird dadurch das in Deutschland verfügbare Einkommen nicht automatisch mehr. Die Menschen geben genauso viel aus wie vorher. Gelichzeitig aber müsen Geschäfte, die was auf sich halten, rund um die Uhr geöffnet haben. Das kostet natürlich Geld. Strom, Wachpersonal (Städte sind nachts etwas gefährlicher …) und natürlich die Verkäufer selber. Da aber nicht mehr Geld reinkommen wird, die Kosten aber gestiegen sind, muß gespart werden.

    Und jetzt ratet mal, wo gespart wird. Richtig, beim Verkaufspersonal. Da werden dann aus Ganztagsstellen Halbtagsstellen mit einem geringeren Lohn gemacht. Arbeitslose gibt es schließlich genug. Damit lohnt es sich dann für die Geschäfte, ihren Laden rund um die Uhr auf zu haben.

    Angesichts dessen stehe ich lieber nach 20 Uhr vor verschlossenen Türen.

    Ich lasse mich aber auch vom Gegenteil überzeugen, wenn jemand einwandfrei belegen kann, daß die Ausweitung der Öffnungszeiten auf 20 Uhr wirklich was gebracht hat. Falls sich niemand mehr erinnern kann: Vor nicht allzu langer Zeit hatten die Läden nämlich früher zu.

  7. Ok, so gesehen hast du recht.

    Dass die Ausweitung der Öffnungszeiten mehr Umsatz gebracht hat, glaubt denke ich niemand. Das ist eine reine Sache des Komforts für Konsumenten.

  8. Und da es andere für diesen Luxus was leisten müssen im Schweiße ihres Angesichts, kauf ich meinen Kram lieber zu normalen Zeiten.

    Btw.: Wenn mal mal die Leute fragt, die sich tatsächlich die Beine in den Bauch stehen müssen und auf Kundschaft warten, wird man feststellen, daß sie wenig begeistert sind was noch längere Ladenöffnungszeiten angeht.

    Es gibt im Grunde nur einen Vorteil, wenn Geschäfte rund um die Uhr aufhaben. Der Typus Kunde, der fünf Minuten nach Ladenschschluß noch eine halbstündige Beratung haben will, verschwindet von der Bildfläche.

  9. Wenn man jeden Tag erst um halb 7 zuhause ist, so wie ich und viele andere Berufstätige, dann findet man das schon ganz gut. Sonst hat man die Wahl
    a) mit leeren Magen direkt einkaufen zu fahren
    oder
    b) erst essen und dann in und durch den Laden hetzen.
    Die Notwendigkeit für lange Öffnungszeiten sind evtl. nicht für alle gegeben, aber ein Großteil der Bevölkerung wird das sicherlich begrüßen.

    Bzgl. der Arbeitsbedingungen in Supermärkten und der BEschäftigungssituation. Mit Sichehreit werden/würden durch eine Lockerung der Öffnungszeiten keine neuen Vollzeit-Arbeitsplätze entstehen. Aber mit Sicherheit mehrere Teilzeit. Die Arbeitsbedingungen im Supermarkt sind sicherlich nicht so schlecht, sonst würden nicht in den meisten Supermärkten hier nur Jugendliche und Studenten arbeiten. Und wenn die dann 400 Euro im Monat verdienen durch diesen neugeschaffenen Halbzeit Job dann sind das 400 Euro mehr die für den Konsum da sind der dann in Läden ausgegeben wird. Vollzeitarbeitsplätze werden durch eine Lockerung nicht wegfallen, da die Anzahl der Vollzeitstellen in den meisten Supermärkten schon auf ein Minimum reduziert wurde.

  10. Ehrlich gesagt habe ich es auch während meiner Dortmunder Zeit geschafft, mit vollem Magen einzukaufen. Ich muss ja auch nicht jeden Tag meinen Kühlschrank füllen. Ein Kochplan für eine Woche ist ungemein praktisch.

  11. Grundsätzlich hast Du recht.

    Ich war jedoch persönlich sehr erfreut gestern bei IKEA in Dortmund gesehen zu haben, daß IKEA während der WM 1.) länger (bis 21 Uhr) aufhat und 2.) teilweise auch am Sonntag. Da ich gerade im Umzugsprozess stehe kommt mir das zeitlich gesehen sehr entgegen, wobei man das natürlich mit gewisser Planung auch innerhalb von 8-20 schaffen müßte (das will ich auch; aber gut zu wissen, dass es noch eine „Reserve“ gibt).

  12. Ehrlich gesagt: Gerade beim Umzug bietet es sich an, bestimmte Sachen von IKEA online zu bestellen und sich das Zeug liefern zu lassen. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

  13. Grundsätzlich ja – werde ich wohl auch machen, vor allem weil man da Online-Rabatt bekommt (20 €). Nur wenn man dann die Sachen morgens/mittags/nachmittags/abends (eher letzteres…) geliefert bekommen hat und dann plötzlich feststellt „Es fehlt noch was!“ kann man was nachträglich holen.

  14. Pingback: Pottblog
  15. Jetzt stellt euch doch nicht so an wegen den längeren Öffnungszeiten! Die Leute, die hier nämlich rummeckern sollten dann beispielsweise auch nicht in Restaurants oder Bars gehen. Dort müssen nämlich auch ein paar arme, arme Menschen nach 20 Uhr arbeiten. Und? Stört das jemanden? Nein! Denn sie haben es sich so ausgesucht. Es wird auch non stop geöffneten Supermärkten keiner gezwungen dort zu arbeiten, oder? Also haltet mal den Ball schön flach…

    Viele Grüße

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren