Spielen im Nazi-Stadion

Spielen im Nazi-Stadion

Was es heißt, zu Gast bei Freunden zu sein, dürfte wohl die WM-Mannschaft aus Tunesien demnächst feststellen. Für ihr Training und die Vorbereitung auf die WM-Spiele wird ihnen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ein Fußballstadion in Schweinfurt zur Verfügung gestellt, das nach dem SS-Sturmbannführer Willy Sachs benannt wurde.

Der 1958 verstorbene Sachs, der mit Göring und Himmler befreundet gewesen sein soll, ist immer noch Ehrenbürger der Stadt Schweinfurt und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Obwohl es Initiative zu Umbenennung des Stadions seit 2001 gibt, wurde der Name beibehalten mit der Begründung, daß Sachs das Stadion der Stadt damals geschenkt hat.

Egal von welcher Seite es betrachtet wird, ist der Name des Stadions eine Zumutung. Darin auch noch im Rahme der Fußballweltmeisterschaft eine ausländische Mannschaft spielen zu lassen, ist eine kaum wieder gutzumachender Fauxpas.

One Reply to “Spielen im Nazi-Stadion”

  1. Gegen den offen ausgelebten Faschismus in den Regional- und Amateurligen Deutschlands ist das finde ich eher harmlos. Allerdings ist der Name wirklich unsensibel gewählt. Unverständlich, warum ein Stadtrat eine solche Lapalie nicht schnell ändert.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren