Heinrich Handke Preis

Unbestreitbar gibt es weltweit fast schon ein Überangebot and Minderheiten und Randgruppen, für die sich ein aufstrebenden Schriftsteller einsetzten könnte. Die meisten davon sind auch völlig unproblematisch. Zugegeben, ein paar liegen voll im Trend, so daß es nicht weiter auffallen würde, wenn der Schriftsteller zum Beispiel seine Stimme für ein freies Tibet erhebt.

Unglücklicherweise für den vielleicht politisch nicht ganz so klugen Schriftsteller gibt es auch auch Gruppierungen, bei denen ein Engagement bedenklich ist. Ein Eintreten für Skinheads mit Kopfhautakne würde in der Öffentlichkeit im Normalfall auf wenig Verständnis stoßen.

Peter Handkes Flirt mit den Serben ist auf gleiche Weise auf wenig Gegenliebe gestoßen. National und international hat er sich keine Freunde gemacht. Mit den Serben, so ist zu vermuten, lässt sich auch kein Blumentopf gewinnen. Trotzdem jedoch wird Peter Handke in diesem Jahr von der Stadt Düsseldorf der Heinrich-Heine-Preis verliehen.

Begründet wird dies mit seiner Eigensinnigkeit. Nun, eigensinnig ist er tatsächlich, aber mindestens auch noch Halsstar und Uneinsichtig. Sicher, eine Schriftsteller muß der herrschenden Meinung nicht nach dem Mund reden. Gerade das Aussprechen unbequemer Wahrheiten zeichnet einen unabhängigen Geist aus.

Peter Handke aber hat sich nicht mit den Serben solidarisiert, sondern mit dem Diktators Slobodan Milosevic – mithin einer der größten Feinde seines eigenen Volkes. Zuletzt war es Handke, der ihn in Den Haag besucht hat und der auf seiner Beerdigung eine Rede gehalten hat. Ein Faustschlag in das Gesicht der Opfer. Auf diese Weise hat Handke seine Glaubwürdigkeit verspielt. Sicher, es gibt Gründe, sich für die Interessen der Serben einzusetzen, da auch diese Opfer gewesen sind. Das berechtigt aber auf keinen Fall, sich gemein zu machen mit den Tätern.

Von der serbischen Dramatikerin Biljana Srbljanovic gibt es ein sehr treffende Aussage zum Fall Handke:

„Wer der Freund von Slobodan Milosevic, kann nicht der Freund Serbiens sein.”

Genau das ist der springenden Punkt. Handke verursacht einen immensen Schaden durch seine Haltung. An der Hand, die er Milosevic gereicht hat, klebt Blut. Blut, daß hässliche Flecken auf dem Heine-Preis hinterlassen wird, wenn Handke diesen entgegen nimmt. Heinrich Heine selber würde sich vermutlich im Grabe rumdrehen, wenn er wüsste, wer da für was einen Preis mit seinem Namen verliehen bekommt.

Denk’ ich an Handke in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht.

Handke täte gut daran, wenn er den Preis nicht mit Freuden annehmen würde, sondern in aller Stille darauf verzichtet.

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