Anstandsloch

Anstandsloch

Beständig beklagen sich Politiker aller Koalitionsparteien über das vermeintliche Haushalsloch in der Staatskasse. Gleichzeitig stellen sie laut Überlegungen an (hat denen noch keiner beigebracht, daß es besser ist, leise zu denken und erst das ausgereifte Ergebnis der Öffentlichkeit zu präsentieren?), wie diese zu stopfen sei. Meistens reicht ihre Phantasie gerade aus, um neue Kürzungsorgien an die Wand zu malen.

Ein anderes Loch wird aber kaum bemerkt: das Anstandsloch. In diesem verschwand schon vor Monaten der letzte Rest von sozialem Gewissen. Anders ist es kaum zu erklären, daß gut genährte Unionspolitiker sich für eine Kürzung des Arbeitslosengeldes II auf 331 Euro aussprechen. Dabei reicht bereits der jetzige Regelsatz von 345 Euro nicht aus und mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer steht nächstes Jahr eine indirekte Kürzung bevor.

Es wird sich lauthals über den angebliche Verfall der Sitten an deutschen Schulen ausgelassen. Dabei sind die Kinder und Jugendlichen nur das Abbild einer Gesellschaft, in der sich zunehmend wieder das Gesetzt des Stärkern (bzw. Besserverdienenden) durchsetzt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren