Schulburka

Weil es mich momentan so besonders aufregt, noch mal ein paar Gedanken zum Thema – quasi auch eine Antwort auf einen Kommentar von gestern.

Als Antwort auf die religiöse Unfiformierung mittels Burka ertönt aus Teilen der Gesellschaft der Ruf nach einer Schuluniform. Das ist in etwa so, als wenn bei einer Bedrohung der Demokratie diese sicherheitshalber abgeschafft oder zumindest stark eingeschränkt wird (vgl. USA, Homelandsecurity ff.)

Ob das dann Schuluniform oder Schulkleidung heißt, ist dabei völlig egal. Kommunismus wird schließlich auch unter unterschiedlichen Labels verkauft, obwohl immer das gleiche, unausgegorene Konzept drin steckt.

Ebenso ist das mit der Schuluniform. Es ist der Versuch, Menschen, die von Natur aus nicht gleich sind, gleich zu machen.

Die Diskussion um die Schuluniform in Deutschland gab es schon von vor zwei Jahren. Damals war aber keine Burka Stein des Anstoßes, sondern die Hormonstörung männlicher Lehrer angesichts der Bauchfreimode weiblicher Schülerinnen.

Solange es keine wissenschaftliche Untersuchung über die positiven Effekte von Schuluniformen gibt, sollte das Thema schnell wieder fallen gelassen werden. Angesichts der PISA-Ergebnisse gibt es nämlich genügen andere Dinge, die in Bezug auf Schulen dringend verändert werden müssten. Ein Schuluniform wirkt da nur wie ein neuer Anstrich, der von den anderen Problemen ablenken soll. Für Politiker besonders praktisch ist wohl die Tatsache, daß ein solcher Anstrich besonders billig ist, da die Eltern die Schulkleidung aus eigener Tasche bezahlen.

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