Wahlsieg in Italien

Wahlsieg in Italien

Nach den Wahlen in Italien gibt es einen Wahlsieger. Mit einer hauchdünnen Mehrheit scheint es sich dabei um Romano Prodi zu handeln. Der unterlegende Berlusconi war sich nicht zu schade, sofort von Unregelmäßigkeiten bei der Wahl zu sprechen und eine Nachzählung zu fordern.

Wie weit er sich bereits von der Realität entfernt hat, macht sein Vorschlag deutlich, in Italien nach dem Vorbild anderer Länder eine große Koalition zu bilden. Italien steht nicht so, wie Berlusconi es behauptet, am Rande eines Bürgerkrieges. Es waren ganz normale demokratische Wahlen, mit einer Wahlbeteiligung von 84 Prozent.

Durch die von Berlusconi selbst geschaffenen Gesetzesänderungen wird es in Italien künftig trotzdem eine klare Regierungsmehrheit für Prodi geben, denn die siegreiche Partei oder Gruppierung erhält automatisch 55 Prozent der Sitze im Abgeordnetenhaus.

Es ist nicht das erste Mal, daß Prodi Berlusconi aus dem Amt vertreibt, aber hoffentlich das letzte Mal. Italien kann auf ein erneutes Comeback von Berlusconi gut verzichten. Der Schaden, den er dem Land zugefügt hat, ist bereits jetzt immens. Romani Prodi übernimmt die Regierung eines Landes, daß bis in sein innerstes hin marode geworden ist, dessen Ansehen im europäischen Ausland durch die Auftritte von Berlusconi stark beschädigt wurde.

Es wird keine leichte Aufgabe sein, Italien wieder auf Kurs zu bringen. Den Italienern wird viel abverlangt werden – vor allem Vertrauen und Geduld. Entscheiden wird sein, ob es Prodi gelingt, auch die Menschen von seiner Politik zu überzeugen, die nicht für ihn gestimmt haben. Dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush ist dies in seiner bisherigen zweiten Amtszeit nicht gelungen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren