Werbung für Koch

Das Roland Koch, Ministerpräsident von Hessen, sich so vehement für den Einbürgerungstest einsetzt, war abzusehen. Er hat halt ein nicht einfaches Verhältnis zu Ausländern, wie bereits in der Vergangenheit öfter deutlich wurde. Zumindest hat er was gegen Menschen, die nicht lesen können.

Im Grunde ist es eigentlich ganz einfach, warum er sich für den Test stark macht. Roland Koch hat, wie viele Bundesbürger, ein Schild an seinem Briefkasten, auf dem steht: „Bitte keine Werbung einwerfen”. Auch wenn diese Bitte eindeutig ist, so bekommt er doch hin und wieder trotzdem Werbung. Für ein Pizza-Taxi, für die Süddeutsche Klassenlotterie und anderes dummes Zeug. Damit geht es ihm wie vielen anderen Menschen in Deutschland auch. Sie leiden am Analphabetismus anderer Menschen.

Im Unterschiede zum normalen Bürger ist Koch aber Ministerpräsident. Also nicht nur ein Mensch, der die Wahrheit in hauchdünne Salamischeiben schneiden kann, sondern auch jemand der nützliche Gesetze erlassen kann. Vom Einbürgerungstest verspricht sich Roland Koch daher, daß er Ausländer fern hält, die nicht lesen können. Das sind nämlich genau die, die ihm, wenn sie einmal in Deutschland sind, die Werbung in den Briefkasten werfen.

Für das Bundesland Hessen ist diese aber nur der erste Schritt. Denn unter den Prospekteverteilern, die nicht lesen können, gibt es nicht erst seit Hartz IV auch erschreckend viele Deutsche. In einer zweiten Stufe soll der Einbürgerungstest auch als Ausbürgerungstest eingeführt werden. Jeder Hesse muß dann regelmäßig eine Befragung über sich ergehen lassen. Wer durchfällt, wird ausgebürgert. Solange aber noch kein Deutscher seine Staatsbürgerschaft verlieren kann, erfolgt die Abschiebung des ausgebürgerten Hessen in ein anderes Bundesland. Vorzugsweise in PISA-Verlierer-Länder wie Nordrhein-Westfalen, denn da fällt es nicht ganz so auf.

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