Noch mehr Schnee

Noch mehr Schnee

Die Bedeutung einer Katastrophe lässt sich in Deutschland daran erkennen, ob es einen ARD-Brennpunkt dazu gibt. Daran gemessen, hat der Schneefall in Süddeutschland schon das Ausmaß einer biblischen Katastrophe angenommen. Selbst tröstende Wort von Wetterfrosch Kachelmann „…ist halt normal für einen Winter” können den Ausbruch einer Massenpanik nicht mehr verhindern.

Schauen wir also der erschreckenden Wahrheit ins kalte Gesicht: Der Feldberg verschwindet unter einer über vier Meter hohen Schneedecke, in München irren verzweifelte Berufstätige auf der Suche nach ihrem Auto durch verschneite Straßen und auf Deutschlands Autobahnen sind immer noch Holländer mit Sommerreifen unterwegs.

Die nächsten Tage werden keine Besserung bringen. Es wird weiter schneien und unsere niederländischen Nachbarn werden ihre Bemühungen fortsetzen, in die Skigebiete vorzudringen. Durch die anhaltenden Streiks im öffentlichen Dienst muß auch weiterhin damit gerechnet werden, daß auf den Straßen und Autobahnen nur ein eingeschränkter Winterdienst zur Verfügung steht. Doch wer die Streikenden nicht versteht, kein Verständnis für ihre Lage aufbringt, dem erschließen sich auch sonst nicht die Zusammenhänge.

Die wirklich Bedrohung des Wirtschaftsstandortes Deutschland geht nicht vom Schnee aus, sonder von verkoksten Brokern, Bankern und Managern, die diese Land ruinieren. Bis auf ihren eigenen Schnee ist ihnen die weiße Pracht völlig egal, da sie zur Zeit völlig entspannt in der Karibik auschillen. Denn wenn in Deutschland das Schneechaos tobt, ist der Tsunami weit weg.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren