Fit für den Endsieg

Während im Bundestag noch über eine verbindliche Deutschpflicht diskutiert wird, ist ein Bielefelder Fitnessstudio schon weiter. Dort wurde, wie die taz berichtet, die Deutschpflicht für Kunden eingeführt.

Das „aktuelle Fitness-Studio” hat dem Bericht nach von zwei seiner Kunden, die sich auf türkisch unterhalten haben verlangt, künftig nur noch Deutsch im Studio zu sprechen. Diese Form der Diskriminierung entsetzt und wirft die Frage auf, ob der Betreiber des Studios von Gestern ist und alten Parolen nachläuft oder ob es schon ein Zeichen einer erneuten Hinwendung zu reinrassigen Sportstudios ist. Denn auch wer Rechtsaußen steht, will schließlich Fit für den Endsieg sein.

Der nächste Schritt wäre wohl, an dem Studio ein Schild anzubringen, auf dem den Kunden schon vor Eintritt deutlich gemacht wird, wer sich dort stählen darf: „Nur für Deutsche”

Traurig und beschämend ist die Angelegenheit. Es geht nicht nur um Integration oder falsch verstandene Integration. Es geht darum, daß nicht zur Kenntnis genommen wird, was der türkisch-stämmige Teil der deutschen Bevölkerung in der Vergangenheit gemeinsam mit anderen für den Aufbau dieses Landes geleistet hat. Deutschland gehört niemandem alleine. Alle die, die hier leben und arbeiten, haben ihren Teil dazu beigetragen, aus diesem Land etwas zu machen. Unsere Mitbürger mit türkischer Herkunft leben schon seit mindestens drei Generationen hier. Wie viele andere haben sie auch das kulturelle Leben ein Stück weiter bereichert. Sie haben sich bereits integriert, um es anders auszudrücken.

Welchen Zweck hat es daher von ihnen zu verlangen, sie müssten in einem Fitness-Studio Deutsch sprechen? Würden die Angestellten auch die gleiche Forderung an englische Armeeangehörige stellen? Ich denke nicht. Es geht, wie so häufig darum, Konflikte weiter zu schüren, auf der Welle einer Stimmung zu reiten und sie für eigene Zwecke zu nutzen. Solche Aktionen können aber auch nach hinten losgehen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie viele Bielefelder Bürger mit Gewissen es gibt, die künftig ein multikulturelles Fitness-Studio bevorzugen.

[via Hokeys Blogs, Danke an Ilona]

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