Blutgeld, Blutheld

Josef Ackermann ist der Held der Woche. Die Deutsche Bank unter seiner Führung hat im Jahr 2005 eine Eigenkapitalrendite von 26 Prozent erreicht. An die Aktionäre wurden 1,29 Milliarden Euro an Dividenden aus. Bezahlt haben den Gewinn zahlreiche Arbeitnehmer, die 2005 bei der Deutschen Bank entlassen wurden so wie viele andere Menschen, die unter unwürdigen Bedingungen – aber mit Beteiligung der Deutschen Bank arbeiten – mussten.

An den Händen von Ackermann klebt Blut. Statt aber einen Hauch von Mittleid oder Reue zu zeigen, verhöhnt er die Opfer noch. Im Falle einer Verurteilung im Mannesmann-Prozess wolle er ohne Abfindung zurücktreten. Kaum jemand wird glauben, daß Herr Ackermann danach unter Brücken schlafen muß, denn er verzichtet auf seine Abfindung, nicht aber auf das Gehalt, das ihm vorher gezahlt wurde.

Generell stellt sich die Frage, ob die Art und Weise, wie mit Zinsen Geld gemacht wird, moralisch vertretbar ist und ob dies Form der Kapitalgenerierung nicht auf Dauer einer Volkswirtschaft nachhaltigen Schaden zufügt. Investmentbankern dürfe das allerdings herzlich egal sein, solange ihre eigene Rendite stimmt.

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