Was drin

Was drin

Gestern Abend, irgendwo in einer deutschen Altstadtkneipe:

„Das schwimmt was in meinem Bier.”
„Ja, ich weiß. Granatapfel Kerne.”
„Du perverse Sau, was hast du mit meinem Bier gemacht?”
„Ich wollte nur mal probieren, wie das neue Bitburger PASSION schmecken würde … ”
(Der Rest wurde durch laute Würgegeräusche übertönt)

Für mich bleibt Bier mit was drin, was da nach deutschen Reinheitsgebot nicht reingehört, Schweinebier, auch wenn die Hersteller es euphemistisch als Biermischgetränk deklarieren. Dem für März diesen Jahres geplanten Produkt der Bitburger Brauerei kann ich daher nichts abgewinnen. Ein Bier mit Granatapfel Geschmack mag vielleicht für die jüngere Generation lecker und verlockend sein. Früher war jemand einfach noch zu jung, wenn ihm Bier in seiner richtigen Form nicht schmeckt. In einer Zeit, wo die Zielgruppe immer jünger wird, kann der Absatz nur durch mangelnde Rücksichtnahme in Hinblick auf Bendenken gesteigert werden.

Daher ersinnen die Marketingabteilungen der Bierbrauer den Alkoholismus mit einer erfrischenden Note. Ohne Zweifel wird auch PASSION den Zeitgeist treffen. Froh sein kann der, der aus dem Alter raus ist, wo der noch der Drang verspürt wurde, ständig jeden Dumfug mitzumachen.

6 Replies to “Was drin”

  1. Hehe, irgendwie muß man die Kinder ja zum saufen kriegen, wenn ihnen Bier zu bitter und gebrannter Alkohol zu scharf ist. Also gilt die alte Großtanten Weisheit, „Man muß es nur genügend süß machen!“, dann wirds auch gegessen…bzw. getrunken. Ich finde es jedenfalls schlimm, wie jung die Kids dadurch schon mit Alkohol konfrontiert werden.

  2. Also wenn in meinem Bier was anderes als (Bier-)Schaum rumschwimmt, habe ich auch die von Thomas zitierte Würgeattacke. Diesen gepanschten Sorten stehe ich ablehnend gegenüber. Dabei nicht nur aus geschmacklichen, sondern durchaus auch aus von Cozmic geäußerten Gründe.

    Hier am Niederrhein ist ein Schweinebier übrigens ein Bier mit Cola. Da würgt es mich alleine schon jetzt beim Schreiben bei dem Gedanken ;-). Gegen ein Bier, gemixt mit Bier, also z. B. ein Alt-Schuss (Alt plus Malzbier) habe ich aber nix einzuwenden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren