Nicht mehr ganz fresh4U

Nicht mehr ganz fresh4U

Der Privatsender Das Vierte bietet immer wieder interessante Higlights der Filmgeschichte. Gestern zum Beispiel den Klassiker „Im Westen nichts Neues”. Weniger überzeugen kann jedoch die Lebensberatung fresh4U, die zu fortgeschrittener Stunde über den Bildschirm flimmert und versucht, die gebrochener Herzen verzweifelter Menschen zu erleuchten.

Kaum vorstellbar angesichts von Moderatoren, die nicht einen zusammenhängen Satz fehlerfrei über die Lippen bringen. Das Einzige, was die vermeintlichen Experten wohl bewegen dürften, ist der Transfer von Geld – vom verzweifelten Hilfesuchenden zum Konto von fresh4U. Die Lebensberatung kostet für Anrufer aus Deutschland satte 1,99 pro Minute Euro. Österreicher müssen einen saftigen Alpenzuschlage zahlen und kommen so auf einen Minutenpreis von 3,63 Euro.

Zum Ausklang eines Tages ist die Realsatire aber für geistige stabile Menschen durchaus belustigend. Hier eine nachgestellte Szene:

„Ich bin ein Channelmedium. Ich habe jemanden auf der anderen Seite. Er winkt. Ich soll rüber kommen?”

Ebenfalls sehr spaßig können die Werbepausen von Das Vierte sein. Nicht wegen der Werbung, sondern der Alternativ, die Gelegenheit zu nutzen, um in den Videotext zu schauen. Die SMS-Kontaktanzeigen sind der absolute Brüller. Schon fast bedauerlich, wenn die Werbung um ist und der Film weitergeht.

2 Replies to “Nicht mehr ganz fresh4U”

  1. Es ist schön: Leute ohne Ahnung wissen es immer am Besten!
    Die Welt bleibt so wie sie ist (wenn es nach den Besserwissern geht) und wir können weiter darüber jammern.

  2. Abzocke von Ahnungslosen bleibt Abzocke – egal wie man das dreht und wendet.

    Und für die, die tatsächlich an den Quatsch glauben, bietet ein Gespräch mit dem Sektenbeauftragten der Landeskirche sicher eine gute Orientierung.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren