Bloger sind Böse

Das Blogger schreiben können und über was sie schreiben, ist mehr oder weniger Zufall. Es verhält sich mit ihnen ähnlich wie mit den Affen und den Schreibmaschinen, die wenn ihnen nur genügend Zeit gegeben wird, alle Klassiker der Weltliteratur schreiben würden. Genauso ist auch die Erde eine Scheibe, was erklärt warum das Sozialgericht Bremen und der Vater von Heidi Klum nicht fähig sind, über den Tellerrand ihres eigenen Erfahrungshorizontes zu blicken.

In diesen Zusammenhang passt der Witz über die Schüler einer Klasse, die nach den Berufen ihrer Väter gefragt werden:

Die Lehrerin möchte ihre Schüler besser kennen lernen und lässt sich jeden vorstellen. 
 „Mein Name ist Natalie, ich bin 11 Jahre alt und mein Vater ist Briefträger.”
„Mein Name ist Alan, ich bin 10 und ein halbes Jahr alt und mein Vater ist Mechaniker.”
 „Mein Name ist Peter, ich bin 11 Jahre alt und mein Vater ist Nackttänzer in einer Schwulen-Bar.”
Völlig verstört wechselt die Lehrerin das Thema. In der Pause ruft sie Peter zu sich und fragt ihn, ob die Geschichte mit seinem Vater wahr sei. Peter wird rot und stottert: „Nein, mein Vater ist Rechtsanwalt und lebt von Abmahnungen im Internet, aber es war mir echt zu peinlich, das zu sagen”.

Wenn es einen Grund gibt, sich in Deutschland aufzuregen und von Anmaßung zu sprechen, dann ist es vor allem der Missbrauch des Wortes „Sozial” von Regierungsvertretern. Es ist bezeichnend, das auch das Sozialgereicht Bremen zu Sätzen wie „Sozial ist was Arbeit schafft” schweigt. Dabei sind das Sätze, die auch über einem Eisentor hätten stehen können. Viel einfacher scheint es zu sein, einen Blogger abzumahnen im Glauben, daß dieser klein bei geben wird. Dummerweise schlägt das Thema aber immer größere Wellen.

Es bleibt in dem Zusammenhang abzuwarten, wann die ersten Imbissbuden und Restaurants abgemahnt werden. Schließlich haben sie auf ihren Speisekarten mehrfach den Begriff „Gericht” stehen. Auch das könnte als Amtsanmaßung ausgelegt werden und beim Besucher den falschen Eindruck erwecken, er würde dazu verurteilt Gericht Nr. 31 zu essen (Hühnchen süß-sauer).

Wie empfindlich der Erzeuge eines Markenproduktes auf vermeintliche Rechtsverletzungen reagiert, lässt sich beim Werbeblogger verfolgen.

Auch wenn beide Fälle noch Altlasten aus dem letzten Jahr sind, so ziehen sie doch in neue Jahr hinein und zeigen uns, daß der Irrsinn weitergeht und Verstand am Tellerrand aufhört. Das Einzige was sich am Tellerrand demnach findet lässt, sich Buchstaben aus der Suppe. Wer die sich eingebrockt hat und wer diese auslöffeln muß, ist von Fall zu Fall verschieden genauso wie die Tatsache, daß derjenige, der es auslöffeln (bzw. baden) muß, nicht unbedingt derjenige sein muß, der es auch eingebrockt hat.

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