Halligabend, Teil III

Gerade als er auf dem Weg zur Wagontür war, hielt der Zug. Offensichtlich hatte er den Zielbahnhof erreicht. Noch etwas benommen vom Schlaf öffnete Martin die Tür und stieg aus. Der Bahnsteig sah ziemlich verlassen aus. Eine nasskalte Luft schlug ihm entgegen. Es war wesentlich kälter als er aus der Wärme des Abteils heraus vermutet hatte. Martin schlug den Kragen seiner Jacke hoch und stieg aus. Seine Schritte waren fast nicht zu hören, was ihn nicht verwundertet, denn die Kreppsole seiner Schuhe dämpfte die Schrittgeräusche und federte seine Schritte ab. Leider war die Sohle nicht sehr rutschfest, was Martin wieder merkte, als er auf der Treppe nach unten abrutschte. Schneller als ihm lieb war legte er die Strecke vom Bahnsteig zum Gang, der in die Bahnhofsvorhalle führte, zurück. Als er unten angekommen war, taten ihm einige Stellen am Körper etwas weh. Gebrochen war nichts, aber er würde mit Sicherheit ein paar blaue Flecken davon tragen.

Dort wo er gerade auf dem Boden saß, befand sich eine Pfütze. An der Wand gegenüber lag ein Putzeimer. Irgendjemand hatte es wohl sehr eilig gehabt und seine Arbeit nicht zu Ende gebracht. Ihm hatte Martin jetzt eine nasse Hose zu verdanken. Die Stelle am Hintern, die naß war, würde ihm zwar keine Lungenentzündung einbringen, aber es war unangenehm feucht und sah zudem auch etwas peinlich aus. Martin rappelte sich auf und ging zur Bahnhofshalle. Der Fahrkartenschalter war geschlossen. Nur der Bildschirm eines Automaten leuchtet ihm mit kaltem Licht an. Nach dem Weg zur Mole konnte Martin ihn wohl kaum fragen. Draußen vorm Bahnhof zeigte sich dann aber zu seinem Glück, daß dies auch völlig überflüssig war, denn der Weg zur Mole war ausgeschildert. Bis zur Abfahrt der Fähre war zwar noch genügend Zeit, aber es würde ihn beruhigen, früh genug da zu sein.

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