Die ganze Warheit

Die ganze Warheit

Dafür, das Stanley Tookie Wiliams mit einer Giftspritze ermordet wurde, gibt es zwei Gründe. Erstens: Er war Schwarz. Die überwältigende Mehrheit der zum Tode Verurteilten und Hingerichteten sind Menschen mit afrikanischer Abstammung. Nach wie vor ist Rassismus in den USA alltäglich.

Zweitens: Kalifornien wird von einem Gouverneur regiert, der wie seine Vorgänger nicht aus der Reihe tanzen möchte. Die Todesstrafe hat in Kalifornien Tradition und mit einer solchen wird nicht leichtfertig gebrochen, nur weil eine Hand voll Menschenrechtler gegen die Hinrichtung protestiert. Hinzu kommt, daß sich das Motiv von Rache, denn nichts anders ist die Todesstrafe, durch die gesamte Filmkarriere von Arnold Schwarzenegger zieht. Eine kleine Auswahl: Terminator, Running Man (ein brutales, vernichtendes Justizsystem, das aus den Hinrichtungen noch eine Show macht), Total Recall, Eraser, End of Days (zudem mit dem Motiv der Sühne), Collateral Damage und Terminator III.

In der Reihe fehlt ein absolutes Highlight: Terminator II, Judgment Day (deutscher Titel: Tag der Abrechnung). Ein solcher Tag der Abrechnung war wohl auch der Dienstag, an dem Tookie ermordet wurde. „Hasta la vista, Baby” wird ihm Schwarzenegger wohl noch hinterhergerufen haben.

One Reply to “Die ganze Warheit”

  1. Schwarzenegger ist in bleibt ein kühl berechnender Machtmensch. Wenn man seine Karriere angefangen in der österreichischen Steiermark betrachtet, sieht man, dass er alles, was er erreicht, seinem kompromisslosen Willen zu verdanken hat.

    Persönlich hätte er Tookie vielleicht Gnade gewährt. Aber das wäre politisch schlecht für den angeschlagenen Polit-Muskelprotz gewesen… letztlich ist nicht ein Einzelner, sondern die amerikanische Öffentlichkeit schuld an diesem…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren