Mit ruhiger Hand

Mit ruhiger Hand

Da am Ende einer Politkariere bekanntlich das Abrutschen in die Armut droht, heißt es rechtzeitig vorsorgen. Was dem einfachen Volk seine Riester Rente ist, sind den Mächtigen ihre Männerfreundschaften (sorry Frau Merkel, sie müssen dann doch im Alter Söckchen stricken). Verwunderlich ist es daher nicht, daß Gerhard Schröder von seinem guten Freund Putin einen Job bei Gasprom angeboten bekommt.

Die jetzt über die Ufer der Empörung tretende Kritik hat er auch sicher erwartet. Wie viele vor und nach ihm wird er das einfach aussitzen. Noch vor Weihnachten rückt ein anderes Thema in die Schlagzeilen und Schröder kann dann pünktlich zum Jahresanfang seine neue Stelle antreten und mit ruhiger Hand Geld zählen und sich über die Früchte von immerhin sieben Jahren harter Arbeit freuen.

Nur diejenigen, die noch an Osterhasen, Nikolaus und den Coca-Cola Weihnachtsmann glauben, halten noch an das Ammenmärchen von Moral und Anstand fest. Alle anderen sind aufgewacht, zucken nur mit den Schultern und tätigen ihre Weihnachtseinkäufe, wenn sie denn nicht zu denen gehören, die dieses Jahr pünktlich zum Fest der Nächstenliebe ihre Stelle verloren haben.

4 Replies to “Mit ruhiger Hand”

  1. Jeder beschädigt sich, so gut er kann.
    Schröder kann. Und wie!
    Der setzt nicht nur seinen Ruf aufs Spiel – nein: Als Altkanzler beschädigt auch die Würde des Amtes. Und mehr noch: Wieder einmal reißt er gleich die gesamte politische Klasse mit an den Rand des Abgrunds. Um deren Glaubwürdigkeit ist es ohnehin nicht gut bestellt. Des einstigen Rechtsanwalts hastige Neujobsoche tut nun ihr Übriges, um sie gänzlich, wie wir im Norden sagen: koppeister gehen zu lassen.
    Das darf man gar nicht zu niedrig, das kann man gar nicht hoch genug hängen: Am Ende all des Verdrusses steht die Republik ohne Republikaner da. So kann man die Demokratie auch gegen die Wand fahren lassen.

    Nun ruft alles Kodex! Kodex! Ein Kodex muss her! Es wird diskutiert, wie in Zukunft verhindert werden kann, dass Politiker unmittelbar nach ihrer Karriere als Volksvertreter den Rest ihres Berufslebens in den Diensten von Unternehmen verbringen, mit denen sie auch als Politiker zu tun hatten. Ein zeitlicher Abstand könnte definiert werden. Oder die Art der Betätigung.

    Nur: An einen solchen Kodex kann man sich halten. Muss man aber nicht.

    Schamloses Verhalten, anrüchiges, instinkt- oder ehrloses, lässt sich nicht verbieten.

    Worauf es ankäme wäre so etwas Altmodisches wie Charakter. Wie gelebte Verantwortung und Integrität. Die aber muss von innen kommen. Die lässt sich nicht per Dekret verordnen.

    Leider.

  2. Was unsere Politiker angehet, so mach ich mir da momentan weder Hoffnungen noch Illusionen.

    Immer wieder passend finde ich das Zitat von Dürrenmatt: „Uns kommt nur noch die Komödie bei.“

  3. muttu anstatt regieren lieber re-gieren texten,

    dann weißte fürbaß bässer am bässesten Bescheid,

    und Deine Leser auch.

    Der Schreckenskanzler Schr. war sowieso ein
    Liebhaber von Katastrophen, und behüpfte sie,
    immer von einer zur nächsten.

    Bietet sich keine an, dann macht er selber welche.
    soso

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren