Ein Bild geht um die Welt

Die Diskussion um das vor ein paar Tagen aufgetaucht Bild nimmt mittlerweile eine neue Wendung. Jetzt scheint es nicht mehr um die Kampagne „Du bist Deutschland” zu gehen, sondern um Blogger vs. Journalisten.

Nach dem Motto „Wer da frei von Journalismus ist, der werfe die erste Schlagzeile” wird fleißig aufeinander eingehackt. Im Prinzip lässt sich die gesamte Argumentation auf eine Formel verkürzen: „Ich arbeite bei einer Zeitung und du nicht.” Wer nicht bei einer Zeitung arbeitet, ist wohl kein Journalist (wobei die Freien dann ein Grenzfall wären). Dabei gilt, daß grundsätzlich nur Journalisten Recherche betreiben, jederzeit sachlich, objektiv und frei von Fehlern berichten und ansonsten auch die Weisheit mit dem Löffel gespeist haben.

Blogger gehören demnach zu dem schreibenden Lumpenproletariat. Keine Ahnung von nichts aber gerade mal fähig, mit elektronischen Hilfsmitteln ein paar Wörter zusammen zu schmieren. Nur gut, das selbst ins tiefste Tal der Ahnungslosigkeit Presseerzeugnis wie Bild, Das Goldene Blatt und andere wie ein heiliger Gral des Journalismus leuchten und uns Unwissenden den Weg weisen.

Schade eigentlich das es 1983 noch keine Blogger gab. Sonst hätte ihnen die Schuld an den gefälschten Hitler Tagebüchern zugeschoben werden können. Dumm, daß für dieses Peinlichkeit „echte Journalisten” gerade stehen mussten.

Das die Journalisten momentan so reagieren, war eigentlich zu erwarten. Schließlich haben die Blogger mit dem Bild und dem Schreiben darüber in ihre gute Stube gepinkelt, denn die meisten Verlagshäuser und Redaktion sind an der Kampagne DbD beteiligt. Da macht es schon mal beim Chef einen guten Eindruck, ein paar Bloggern vors Schienbein zu treten, auch wenn das ein sehr unsportliches Faul ist.

In ein paar Monaten werden sich die Gemüter vermutlich wieder beruhigt haben – oder auch nicht.Es ist ja meistens so, daß ein paar Halbstarke den Klassenneuling erstmal ordentlich zur Brust nehmen, um zu sehen, was er drauf hat. Entweder erweist er sich dann als stärker, was für den Obermotz schlecht ist, oder er fügt sich in die Hackordnung ein. Auf jeden Fall ist klar, wer als nächstes Prügel bezieht: Sobald Podcasting in Deutschland eine kritische Masse erreicht hat, werden Radiomoderatoren und andere über die Podcaster herfallen und ihnen Argumente um die Ohren hauen, die Blogger zur Zeit zu hören bekommen.

Nicht ohne Erwähnung bleiben soll eine schöne Chronologie beim Bembelkandiat, der auflistet, wann welcher Beitrag zum Bild in der Blogspähre auftauchte.

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