Hallo Herr Kaiser

Hallo Herr Kaiser

Ich habe Post von der Hamburg-Mannheimer bekommen. Nein, eigentlich nicht von Herrn Kaiser, sondern von einem Mitarbeiter. Wobei das auch wieder nicht richtig ist, da dieser Mitarbeiter nur über eine T-Online eMail Adresse verfügt. Wird also wohl nur ein freie Mitarbeiter sein.

Dieser will mir aber keine Versicherung verkaufen, sondern einen Job anbieten. Ähnlichkeiten zu OVB scheinen vorhanden zu sein, denn auch dort wurde im Stellenpool der Agentur für Arbeit Datenmaterial abgeschöpft. Während die freien Mitarbeiter von OVB sich jedoch im schriftlichen Verkehr sehr schweigsam verhielten und den Eindruck erweckten, sie hätten dringend ein Kommunikationsseminar nötig, wirkt die eMail von dem HM-Menschen ganz anders.

Drücken wir mal ein Auge zu in Bezug auf die Tatsache, daß er noch lernen muß, wie man Serienbriefe direkt als Mail erstellt. Eine Mail mit einem Word-Dokument als Anhang wirkt nicht ganz überzeugend. Auch sollte der Richtige Umgang mit der automatischen Datumsfunktion ebenso wie die Einhaltung der DIN 5008 gelernt werden. Aber nun gut, ich will mich in meiner Lage ja nicht aufs hohe Ross setzten. Schauen wir mal, was er so schreibt:

„Sehr geehrter Herr Boley,

Ihr Stellengesuch im Onlinebereich der Bundesagentur für Arbeit hat mich dazu bewogen Sie auf diesem Wege zu kontaktieren.

Meine Aufgabe ist es innerhalb der HMI-Organisation den Vertrieb zu vergrößern. Daher bin ich auf der Suche nach Mitarbeitern die sich vorstellen können, auch mal beruflich andere Wege einzuschlagen. Allerdings suche ich nicht jemanden der einen Koffer in die Hand bekommt und alle möglichen Versicherungen „verklingelt“, da ich mit dem herkömmlichen Versicherungsverkauf nichts zu tun habe.”

Klingt schon mal nicht so schlecht. Mit dem Koffer in der Hand von Tür zu Tür ist eh nicht mein Ding. Wobei ich im Hinterkopf habe, daß es auch Versicherungen gibt, die auf diesem Wege versuchen, an Adressen von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten des neuen „Arbeitnehmers” zu kommen.

Schauen wir mal, was er weiter so schreibt:

„Logischerweise habe ich verschiedene Aufgabenbereiche zu vergeben, wie z.B. MA-Ausbildung /- Einarbeitung, Organisation, Beratung und Betreuung von Kunden, Verkauf, Telefonmarketing, Assistenz – also, wie schon erwähnt, verschiedene Tätigkeitsfelder. Was Ihnen Spaß machen würde oder für was Sie in Frage kommen könnten, können wir beide natürlich erst nach einem persönlichem Gespräch entscheiden.”

Das gefährliche Wort hierbei ist „Spaß”. In der Regel geht es um Geld und Geld verdienen, nicht um Spaß. Das ist eher so eine Randerscheinung. Wenn so ein Wort offensiv verwendet wird, macht mich das hellhörig.

„Sollten Sie grundsätzlich Interesse haben sich zu informieren, würde ich Sie recht herzlich zu einer Tasse Kaffee in die Geschäftsstelle Bielefeld einladen und Ihnen meine Firma einmal vorstellen. Vielleicht werden wir uns einig, und wenn nicht, haben wir eine Tasse Kaffee zusammen getrunken.”

Das ist der Teil der mir am besten gefällt. Gemeinsam einen Kaffee trinken. Das Zwinkern, das durch diese Zeile durchscheint, hat mich dazu bewogen, Kontakt aufzunehmen, auch wenn der folgende Teil dagegen spricht:

„Bitte setzen Sie sich vorher mit mir telefonisch in Verbindung, um einen Termin abzusprechen. Am besten erreichen Sie mich über meine Mobilnummer.

Im gutem Wissen, Ihnen eine Chance anbieten zu können verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen.”

Hört sich nach einem Ein-Mann-Betrieb an. Ein Chef-Repräsentant sollte doch einen Mitarbeiter oder ein Büro haben, an das ich mich vertrauensvoll wenden kann, um einen Termin auszumachen.

Na ja, ich werd morgen früh einfach mal anrufen und schauen, was sich so ergibt – und natürlich darüber schreiben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren