Archivarbeit

Archivarbeit

Nach dem ich mich für die kleine Revue von wildbits in die Tiefen meines digitalen Archivs begeben hatte, war noch genügend Energie über, noch tiefer zu graben. Gefunden habe ich eine Geschichte, die ich etwa im Alter von 16 Jahren geschrieben habe. Es ist einer meiner ersten Versuche und aus diesem Grund steckt der kleine Zettel immer in meinem Portemonai:

Mit den Jahren ist er bereits ziemlich unansehnlich geworden und droht auch endgültig auseinander zu fallen. Aus Gründen der Datenrettung habe ich die Geschichte kurzerhand abgetippt:

Jagdzeit

Hell leuchten die Sterne am Himmel. Stundenlang könntest Du sie beobachten, doch Du bist müde. Du gehst zurück in die höhle. Das Feuer flackert kurz auf, als Du eintrittst. Draußen wird es kälter. Du gehst näher ans Feuer heran. Nur kurz wärmst Du dich auf. Bevor Du einschläfst, denkst Du an den morgigen Tag. Du hast morgen einen weiten Weg vor Dir.
Morgen ist Jagdzeit!

Die ersten Strahlen der Morgen versuchen vergeblich durch die dichte Nebeldecke zu kommen. Es ist kalt. Viel zu kalt für diese Jahreszeit! Du bist müde, hast Kopfschmerzen. Aber trotzdem packst Du rasch Deine Sachen in den Rucksack, schulterst ihn und gehst runter zum See. Nur ein kurzes Bad. Du beeilst Dich, denn Du weißt:
Heute ist Jagdzeit!

Du nimmst Deine Sachen und gehst weiter. Vor Dir liegt die Ewige Wüste, dahinter der Wald. Von Norden her hörst Du ein dumpfes, nähherkommendes Stampfen. Du gehst schneller, fängst an zu rennen. Hastig geht Dein Atem, aufgeregt pocht Dein Herz. Das Stampfen kommt näher, den Wald hast Du erreicht. Du rennst durch den Wald. Zweige peitschen Dir ins Gesicht, doch du spürst den Schmerz nicht, denn Du weißt, es ist hinter Dir. Deine Sachen wirfst Du weg, glaubst durch weniger Ballast einen Vorsprung zu bekommen, doch es ist unerbittlich. Plötzlich stolperst Du. Du fällst zu Boden. Stark schmerzt Dein rechtes Bein. Kriechend versuchst Du vorwärts zu kommen. Jetzt ist es Über Dir! Eine Vielzahl von silberfarbenen, dünnen Armen greifen nach Dir. Du verlierst Dein Bewußtsein, Dein Leben.

„Jagdzeit” , spricht die Maschine.

Das gehört sicherlich nicht zu den besten Sachen, die ich bisher geschrieben habe. Aber es ist so schön nostalgisch. In dem Zusammenhang muss ich auch immer an die Sachen denken, die ich in der 9. und 10. Klasse für die Schülerzeitung geschrieben habe. Irgendwann werde ich mich mal daran machen, all die handgeschrieben Zettel hervorzukramen und abzutippen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren