Herbstasche

Herbstasche

Wehmut umschließt die ersten Tage des Herbsts. Die Hand taucht langsam in das abgekühlte Wasser des Baggersees. Bald würden die Boote bis zum nächsten Jahr verstaut werden. Die sich dann einstellende Ruhe würde allein den Enten gehören. Nass war der flache Kieselstein, den die Hand aus dem Wasser zog. Geschickt geworfen springt der Stein über die Oberfläche, bevor er wieder in die Tiefe verschwindet. Weiter und unerreichbarer vom Ufer entfernt. Genauso unerreichbar, wie andere Dinge auch waren. Sonnenblumen, rote Jacke, schwarzer Tee. Bruchstücke auf dem Weg zum Fahrrad.

Zurück in der Stadt hielten sich Beklemmung und Vertrautheit die Waage. Die Gedanken kreisten um den Einkauf im Bioladen und das Theaterabo. Ein abgeschlossenes Fahrrad hinter sich lassend, führten die Schritte bald über Kopfsteinpflaster. Noch ein letzte Eis als Abschied an den Sommer.

Vorbei an einem Schaufenster mit Zierkürbissen, die dort wie dekorierte Sorgen lagen. Kein Bild aber trotzdem vor Augen. Stühle wurden gerückt, Tische abgewischt. Statt eines Eis doch eine Espresso. Neben der Tasse aufgeschlagen ein neues Buch. In ein paar Tagen würde die Eisdiele schließen und statt Spaghettieis Mäntel verkauft werden.

Wieder setzte die Wehmut ein, so willkommen wie Frühwehen. Unfähig, die Gefühle wie Blätter im Herbst absterben zu lassen. Kehren. Kehren. Laub zusammen kehren, zu Haufen schichten und verbrennen. Übrig bleibt nur der Duft der letzten warmen Tage, die Asche in alle Winde verstreut.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren