Schöner Stänkern

Wer die CSU hat, braucht keine Feinde mehr. So oder ähnlich wird wohl Paul Kirchhof momentan denken. Es ist nicht unbedingt viel Sympathie für den Professor aus Heidelberg notwenig, um das Verhalten der CSU für mindestens unsensible, wenn nicht sogar mieses Intrigantentum zu halten.

Statt Differenzen intern zu klären oder einfach mal still zu halten, wird öffentlich Friedrich Merz als Ersatzspieler für Kirchhoff eingewechselt hochgelobt. Es wird von Seiten der CSU erwogen, Kirchhof noch vor der Wahl aus dem A(M)-Team zu entfernen. Zudem wird die CSU in der Süddeutschen Zeitung in einer Schlagzeile wie folgt erwähnt:

„CSU: Wenn Kirchoff abtritt, bringt das bis zu drei Prozent.”

Eine solche Äußerung aus den eigenen Reihen hätten andere zum sofortigen Rücktritt bewogen. Es erinnert schon fast an die berühmt-berüchtigte Dolchstoßlegende. Über die möglichen Alternativinterpretationen des Wortes “abtreten” sollte in diesem Zusammenhang nicht spekuliert werden. Wohl aber darüber, daß die CSU Kirchhof als Fußabtreter für ihren eigenen Frust verwendet, nach dem es nicht mehr en vogue ist, dem Osten die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Interessant wäre, wie viel Prozent es im Austausch für Merkel geben würde. Sollte die Union ihr Wahlziel verfehlen, ist sie letztendlich selber daran Schuld.

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