Wahldrama

1. Szene

Samstag nachts am Bonner Rheinufer. Eine Gestalt im langen Mantel mit hochgeschlagenen Kragen starrt auf das Wasser. Eine dunkle Limousine rollt langsam heran. Ein Fenster summt herunter. Die wartende Gestalt tritt ans Fenster heran.

GESTALT IM MANTEL: Warum mussten wir uns hier treffen, so weit weg von Berlin?

SCHATTEN IM WAGEN: Hier würde uns niemand vermuten und beobachten.

Durch das Fenster wird ein Koffer nach draußen geschoben und von der Gestalt im Mantel entgegen genommen.

SCHATTEN IM WAGEN: Wollen sie nicht einen Blick in den Koffer werfen?

GESTALT IM MANTEL: Ich vertraue ihnen, auch wenn sie vor paar Monate das Vertrauen generell in Frage gestellt haben, was uns überhaupt erst in diese Situation gebracht hat.

Der Schatten im Wagen schweigt. Die Gestalt im Mantel schweigt zurück.

SCHATTEN IM WAGEN: Also gilt unsere Vereinbarung?

GESTALT IM MANTEL: Wie abgesprochen, keine große Koalition, keine Kanzlerin.

Die Limousine fährt langsam an, aus dem noch offene Fenster winkt eine Hand. Die Gestalt im Mantel schaut noch lange Zeit der Limousine hinterher, dann öffnet sie den Koffer. Auf vielen neuen 500-Euro Scheinen liegt einen Banane.

2. Szene

Die Kanzlerkandidatin der CDU im Fernsehen, bei einer Ansprach vor Journalisten.

MERKEL: … habe ich mich entschlossen, Deutschland zu dienen, besser zu dienen, in dem ich nicht zur Wahl antrete…

Ein Raunen geht durch die Menge.

3. Szene

Irgendwo in Heidelberg. Aufgeregtes Blättern im Telefonbuch. Dann wird eine Telefonnummer gewählt.

STIMME AUS DEM HÖRER: Guten Tag, hier ist die Bundesgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen was können wir für sie tun?

DER PROFESSOR: Ich würde gerne in ihrem Wahlkampfteam mitarbeiten als Experte für Umwelt. Ich habe da so eine Ideen, wie man den Schadstoffausstoß in den nächsten Jahren auf 25% reduzieren kann.

Am anderen Ende der Leitung ein Klicken, dann ist aus dem Hörer nur noch “tüt tüt tüt” zu hören. Der Vorhang fällt.

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