Die Türken vor Europa

Die Türken vor Europa

Nach den langen Debatten um den Beitritt, besser gesagt um die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der europäischen Union mach ich mir auch Gedanken, wie ich dazu stehe. Ein Blick in meinen alten Atlas zeigt mir, das die Türkei zumindest teilweise sogar auf dem europäischen Kontinent liegt. Der Rest liegt verdammt nah an Europa. Wenn man ein wenig in der Geschichte kramt, fällt einem sehr schnell auf, das es einen beständigen kulturellen Austausch gegeben hat – anderer Glauben hin oder her. Man kommt nicht umher festzustellen, dass es gemeinsame Würzelchen gibt. Diese kann man hegen und pflegen und weiter ausbauen, oder wie die CDU einfach abschlagen. Den meisten Bäumen bekommt es nicht sehr gut, wenn man die Wurzeln entfernt.

Gerade auch in Hinblick auf unsere türkischstämmigen Mitbürger wäre eine Nichtaufnahme der Türkei in die EU das falsche Signal. Die ganze Diskussion um eine angebliche Islamisierung unserer Kultur ist überwiegend verlogen. So ist es auch nicht passiert, dass wir durch Beitritt Polens nur noch Wodka trinken oder wegen England nur noch Fish und Chips essen. Jedes Land in der europäischen Union hat bisher, so ist zumindest mein Eindruck, seine kulturelle Eigenständigkeit bewahrt. Das ist ja auch einer der schönsten Unterschiede im Vergleich zur USA: Vielfalt statt Einheitsbrei.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren