Blind und Kinderreich

Mittlerweile sollten die Tageszeitungen auf die erste Seite einen Warnhinweis drucken, damit ahnungslosen Frühstückslesern nichts vor Schreck im Hals stecken bleibt. Die meisten Meldungen in letzter Zeit sind alles andere als positiv und drehen sich immer wieder um die Abschaffung des Sozialstaates. Die so genannte Soziale Marktwirtschaft ist längst keine mehr.

Heute war in der Neuen Westfälischen zu lesen, das viele Sozialhilfeempfänger in Zukunft ohne Brille auskommen müssen, da die Zuschüsse dafür gestrichen werden. der monatliche Regelsatz, den sie erhalten, dürfte wohl kaum dafür ausreichen, sich eine Brille zu kaufen – auch nicht bei Fielmann. Gleichzeitig mit dem Brillenzuschuss wird auch die Übernahme der Kosten für Verhütungsmittel gestrichen.

Wem dabei nicht das Frühstück im Hals stecken bleibt, der ist entweder abgebrüht, steinreich oder weit weg und damit erstmal nicht betroffen von den Auswirkungen. Brutal ausgedrückt haben wir dann demnächst halbblinde Sozialhilfeempfänger, die sich wie die Karnickel vermehren. Aber vielleicht empfiehlt das Sozialamt ab 2004 das Zölibat – oder läst Sozialhilfeempfänger zwangssterilisieren. Komisch, dass mir das irgendwie bekannt vorkommt.

Jeden Tag frage ich mich, wann den Bürger dieses Landes der Kragen platz und sie sich nicht nur fragen, ob sie noch von der Regierung vertreten werden, sondern sich ihre Stimme wieder zurückholen, die sie bei der letzten Wahl abgegeben haben.

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