Studienkonto – Der Zeitungsbericht

Studienkonto – Der Zeitungsbericht

Am Wochenende war in der Neuen Westfälischen ein Gefälligkeitsartikel zum Thema Studienkonto zu lesen. Sehr passender Moment, der da gewählt wurde, trafen doch im Verlauf des Samstag Vormittags per Post die Benachrichtigungen ein, wer zu zahlen hatte und wer nicht.

Getroffen hat es laut Bericht 5.300 der 20.00 Studierenden – also immerhin über 25 Prozent! Das ist eine sehr große Minderheit, wenn man überhaupt noch von Minderheit sprechen kann. Statt des normalen Semesterbeitrages dürfen diese Studierenden bis zum 19. März 743,40 statt der üblichen 123,40 Euro bezahlen. Auf einmal versteht sich.

Im Artikel wurde die tolle Leistung der Verwaltung hervorgehoben, durch die das neue Computersystem zu Erfassung und Abrechnung eingeführt wurde. Dazu passen ein Bild, „Harte Arbeit mit Studienkonten, das den Justitiar der Universität Bielefeld, den Leiter des Studierendensekretariats und den Prorektor für Forschung und Lehre zeigte. Die Ausstrahlung des Fotos ist vermutlich die gleiche, die ein Foto von Beamten hätte, die in harter Arbeit den Transport in die Vernichtungslager organisiert haben.

Durch den ganzen Bericht zieht sich ein bürokratisch-technokratischer Geist, der jegliche menschliche Regung vermissen läst. Die Gründe für die lange Studienzeit sein ebenso belanglos wie die Schicksale, die sich hinter jeder Immatrikulationsnummer verbergen. Im Gegenteil – es wurden noch ein paar Fälle an den Pranger der Öffentlichkeit gestellt, bei den die Studienzeit nahe am dreistelligen Bereich lag.

Wer ist nötig hat, auf Kosten andere Seiten in der
Zeitung mit solchen Artikeln zu füllen, kann einem schon fast leid tun. Aber auch nur fast.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren