Sinnkrise

Es gibt Tage, die – so muss ich zugeben – in letzter Zeit häufiger vorkommen, an denen ich mich fühle wie ein deaktivierter Button oder ein inaktives Fenster. Einfach nur ausgegraut. Morgens steht ich widerwillig auf. Nicht weil es so früh ist, sondern weil ich nicht weiß, was der Tag bringen wird. Es folgt die Diskussion mit dem Spiegelbild im Badezimmer. Es fragt mich, ob das, was ich momentan mache, mir wirklich gut tut oder ob meine Seele nicht Schaden daran nimmt. Gehe ich einem Beruf nach, oder nur einer Tätigkeit, so fragt es mich. Kurz um, erfüllt mich meine Arbeit, oder tötet sie mich Stück für Stück ab.

Was mich hält, was mich dazu bringt, meine Tasche jeden Tag ins Büro zu Tragen, ist Angst vor Veränderungen, fehlender Mut und die schlichte Tatsache, dass Geld zu benötigen, dass ich am Ende des Monats bekomme. Sicher kann man in der momentanen gesamtwirtschaftlichen Situation froh sein, wenn man überhaupt noch einen Arbeitsplatz hat. Aber wenn selbst das unsicher wird, ist jeder Gedanke an die eigene Situation Gift. Die Betäubungsmittel, um die Schmerzen meiner Seele zu lindern, sind die Bücher, die ich eher verschlingen statt zu lesen und natürlich die Spiele. Abschalten, vergessen und nicht an das, was Morgen wird, denken.

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