Lissabon – Teil XVII

Lissabon – Teil XVII

Aus den Augenwinkeln heraus betrachtete Dondrus seinen Dienstherren. Seine Augenränder und seine unreine Gesichtshaut verrieten ihn. Schon länger wusste Dondrus, womit sich Reisser nachts beschäftigte. Allerdings hatte er es noch nie zur Sprache gebracht, auch nicht gemeldet. Nur geschwiegen und sich überlegt, wie er sich Reissers Schwäche zu Nutze machen könnte. Schließlich wollte er nicht ewig nur Sekretär bleiben. Ohne es zu wissen, hatte Reisser neben seiner Triebhaftigkeit noch ein weiteres Problem, das ihn ernsthaft gefährden könnte. Seit drei Tagen fehlte aus dem Domschatz eine kostbare Bibel aus dem 17. Jahrhundert. Obwohl Dondrus sich nicht vorstellen konnte, dass Reisser etwas damit zu tun hatte, etwa um sein Nachtleben zu finanzieren, wollte er das Verschwinden des Kircheneigentums für seine Zwecke nutzbar machen. Er räusperte sich noch mal, um Reissers Aufmerksamkeit zu bekommen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren