Schatten der Wirklichkeit

Schatten der Wirklichkeit

Jenseits von EQOA gibt es noch etwas – die Wirklichkeit. Manchmal holt seinen mit brutaler Gewalt zurück. Vor Weihnachten hatte ich über die Unsitte geschrieben, Menschen vor Weihnachten zu entlassen. Damals war mir nicht klar, das sich das ganze noch steigern lässt.

Man kann Mitarbeiter für das Weihnachtsgeschäft richtig motivieren, in dem man ihren befristeten Arbeitsvertrag in einen unbefristeten umwandelt. Voller Freude werden diese Mitarbeiter dann wirklich alles geben, um zu zeigen, dass sie die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Um so größer ist dann der Schock für sie, wenn sie dann nach den Feiertagen, zwischen den Jahren, zum Chef zitiert werden, der ihnen dann betriebsbedingt kündigt.

Ein solches Verhalten ist unbeschreiblich widerwärtig. Nicht deshalb, weil einem Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt wird – dass kann passieren – sondern weil man das vorher bereits gewusst hat und die Arbeitskraft des Mitarbeiters noch ausbeuten wollte. Diesen im guten Glauben zu lassen, dass er sich für das neue Jahr keine Sorgen machen muss, ist zu tiefst verlogen. Wenn man dann noch in dem Arbeitsvertrag eine Kündigungszeit von nur einem Monat vereinbart hat, trägt man das hässliche Gesicht des Kapitalismus offen zur Schau. Rechnet man nämlich die Zeit ab, wo die meisten Firmen noch urlaubsbedingte Pause habe und nicht alle Entscheider anwesend sind, bleiben dem gekündigt Mitarbeiter gerade zweieinhalb Wochen, eine neue Stelle zu finden – und dass am Anfang eines Jahres.

Meine Gedanken werden in den nächsten Tagen bei den Betroffenen sein. Ich drücke ihnen ganz fest die Daumen, dass sie so schnell wie möglich wieder eine Stelle finden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren