Lissabon – Teil IX

Lissabon – Teil IX

Irgendwo anders in Köln wachte Kardinal Reisser mit einem Gefühl des Unwohlseins auf. Er stand auf und ließ seine Füße in die alten Filzpantoffeln gleiten, die er noch vor der Wende in Eisenach gekauft hatte. Auf dem Stuhl hing seine Sonate. In ihr fühlte er sich immer wie eine alte Schwuchtel. Vielleicht war er das ja auch. Vor dem Waschbecken stehend, sammelte er Speichel im Mund und spie die Reste des Messweins vom gestrigen Abend aus. Das Gesicht im Spiegel passte zu den Kopfschmerzen. Reisser lies seine Blick durchs Zimmer schweifen. Trotz aller Kargheit war dies kein Zimmer der Kirche. Dort wäre er von dem Prunk umgeben, an den er sich in den langen Jahren seiner Amtszeit nicht unbedingt widerwillig gewöhnt hatte. An einer der nicht mehr ganz weißen Wänden des Zimmers, in dem er sich an diesem Morgen befand, hing ein verblichenes Poster von Lissabon.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren