Lissabon – Teil III

Dann stand er auf, schulterte seinen Rucksack und schlenderte in Richtung Wallrafplatz. Der Duft von frischen Brötchen trieb ihn tiefer in die Fussgängerzone, bis er schliesslich vor einer Bäckerei stehenblieb. Wieder kramte er in seiner Manteltasche, betrat den kleinen Laden durch die etwas zu enge Glastür. Fast wäre er mit seinem Rucksack hängengeblieben. Eine etwas in die Jahre gekommene Verkäuferin bediente ihn. Er entschied sich für zwei einfache Brötchen zum mitnehmen. Das Kleingeld reichte dafür gerade noch. Am Heinzelmännchenbrunnen setzte er sich und biss in das erste, noch warme Brötchen. Die knusprige Kruste erfüllte ihn mit Zufriedenheit. Beim Kauen schloss er die Augen und dachte an zu Hause. Die Krümel verteilte er anschliessend an die Tauben, die überall anwesend zu sein schienen. Um diese Zeit hatte der Dom sicher auch schon auf. Für ihn eine Gelegenheit, seinen tief verwurzelten Atheismus aufzufrischen.

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