Unheimliches IKEA

Unheimliches IKEA

Bei so einem Titel ist eins auf jeden Fall Schon klar. Hinter mir liegt ein Samstagseinkauf bei IKEA. Allein das ist schon unheimlich. Es vollzieht sich immer die merkwürdige Wandlung von Geld zu vielen Gegenständen, wobei man eigentlich nur ein paar Teile kaufen wollte, aber immer mit deutlich mehr den gelb-blauen Tempel verläst.
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Seelenband

Seelenband

Während draußen die ersten Blätter von den Bäumen fielen, schrieb er noch einen letzten Satz unter seinen Brief. Dann endlich schloss er mit der Vergangenheit ab und klebte den Umschlag zu. Das letze Wort war gefunden, der letzte finale Punkt gesetzt. Dennoch wurde er das Band nicht los, das sie beide auf immer binden würde. Auch wenn mit den Jahren der Abstand zunahm, ganz los kam er nicht. Weder sich noch anderen wollte er das eingestehen. Die Vergangenheit lebte in ihm fort. Schon allein ein Lied reichte aus, um ihm die Bilder zu zeigen, die er zu vergessen suchte. Den letzten, mutigsten Versuch hatte er noch nicht unternommen. So stand er dann eines Tages nicht vor ihrer Tür, sondern auf einer Brücke und blickte in die Tiefe. Ohne Abschiedsbrief war er mit einem schnellen Sprung aus der Welt.

Weit entfernt fiel sie im selben Moment in eine Koma, aus dem sie nicht mehr aufwachen sollte. Die ganze Zeit über hatte sie aber ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht, als ob sie endlich das gefunden hätte, was sie die ganze Zeit über gesucht hatte.

Letzte U-Bahn

Letzte U-Bahn

Trotz ihrer Überstunden nahm sie nach Feierabend nicht die letzte U-Bahn. Sie nahm nie die letzte U-Bahn. Sie nahm sie entweder ein Taxi oder versuchte, eine der früheren Bahnen zu erwischen. Auch an diesem Tag gelang es ihr wieder. Hätte sie nur gewusst, das sie in der letzten U-Bahn der große Liebe ihres Lebens begegnen würde.

So saß sie zu Hause auf der Fensterbank bei geöffnetem Fenster, sog die milde Abendluft in sich ein und starrte in ihr leeres Weinglas. Irgendwas war in ihr schon vor langer Zeit abgestorben. Nichtmal mehr einsam fühlte sich sich. Unten auf der Straße fuhr eine johlende Gruppe Jugendlicher auf Fahrrädern vorbei und überholte das Liebespaar, welches eng umschlungen durch die Sommernacht schlenderte.
Gedankenverloren schloss sie das Fenster, schaltete den Fernseher ein, um auf die Müdigkeit zu warten. Lange nach Mitternacht fuhr die letzte U-Bahn, in dem der Mann ihrer Träume saß, während sie endlich vorm Fernseher eingeschlafen war.

Hundeleben

Hundeleben

Der arme Hund lag, die Pfoten von sich gestreckt, auf dem kalten Steinfußboden. Die Kühle verschaffte ihm bei der schwülen Hitze etwas Erleichterung. Die kommenden kälteren Tage in diesem Jahr wird er nicht mehr erleben. Sein Futternapf war schon seit Tagen leer, das letzte Wasser hatte er and diesem Morgen getrunken. Hoffnung auf Neues gab es nicht. Während er beinah regungslos vor sich hin dämmerte, sammelten sich wieder Fliegen zum Mittagsmahl auf den versenden Leichnam im Schlafzimmer.

Ungeöffnet standen in der Küche zahlreiche Dosen mit Hundefutter. Auch wenn der Hund an sie denken würde, so waren sie doch außerhalb seiner Reichweite. Die rechte Vorderpfote zuckte kurz unkontrolliert, beruhigte sich jedoch wieder. Sein Herrchen hat am Ende nicht mehr gezuckt. Abend einschlafen, in der Nacht noch ein leises Stöhnen, bis dann Stunden später zusammen mit dem Sommer die Stille einkehrte. Bedingt durch die Wärme zog auch ein süßlicher Geruch durch die Wohnung, der aber nur vom Hund wahrgenommen wurde. Während draußen das Leben weiterging, ging es in der Wohnung qualvoll zu Ende. Vermisst wurde er von den Kindern, mit denen er immer gespielt hatte, nicht. Sie waren schon längst erwachsen, hatten eine Familie und vielleicht sogar eigene Hunde. So wie auch die Kinder des toten Mannes im Schlafzimmer längst erwachsen waren. Ihr Vater war ihn mit den Jahren fremd geworden, sie hatten kaum noch Kontakt zu ihm. Nur zu Weihnachten und zu seinem Geburtstag bekam er aus weit entfernten Städten einen Anruft, meist aber nur eine Postkarte.

All das wusste der Hund nicht. Es war ihm auch nicht wichtig, kreisten seine Gedanken doch hauptsächlich um Fressen, die verhasste Hundeleine, das Stöckchen und langes Tollen im Freien. Von all dem blieb ihm jetzt nur die Hundeleine, die an der Garderobe im Flur neben dem Wintermantel hing.

Treppen

Treppen

Treppen führen aufwärts und abwärts zu gleichen Zeit. Folglich war es vorhersehbar, das er eines Tages beim hochsteigen auf einer Stufe ausrutschte, in die Tiefe fiel und sich das Genick brach. Das er tot war, schien eine unumstößliche Tatsache zu sein. Gelogen aber war, das er ausrutschte. Tatsächlich verhielt es sich so, das er nicht ausrutschte, sondern eine Stufe verfehlte. In dem Sinne verfehlte, dass er sie übersprang, weil er versuchte, wie immer in Eile, mehrere Stufen auf einmal zu nehmen. Bis zu dem Zeitpunkt, als sich das Schicksal seiner annahm, bereitet ihm das Überspringen auch nie Probleme. Leicht gehetzt, immer zu spät und viel zu schnell stürmte er die Treppe hinauf, die auf Grund ihres Alters nachsichtig mit ihm war.

Sein Abstieg zu später Stunde war langsam, meist müde. Dankbar sogen die Stufen, die er mit Bedacht herunterschlich, seine Sorgen auf, die er vor sich hinmurmelte. Die Stufen der Treppe könnten Geschichten erzählen, die sie über Jahrzehnte auf diese Weise aufgenommen haben. Jedoch macht sich niemand die Mühe, sich des Nachts, wenn ihre Scheu nicht so groß ist, im Dunklen ins Treppenhaus zu setzten, um ihnen zu zuhören. So wird dann auch dieser letzte Unfall nach ein paar Wochen von den Menschen vergessen werden. Nur die Treppe wird bleiben, mit den Stufen, die sich an alles erinnern. Sie sehen ausgetreten aus, doch haben sich nur die Last und die Erinnerungen der Menschen in sie eingeprägt.

All das ging ihm in den wenigen Sekunden, die ihm bei seinem Sturz in die Tiefe noch blieben, nicht durch den Kopf. Sein ganzes leben spulte sich nicht vor seinem Auge ab. An was er dachte, war der tropfende Wasserhahn in seiner drei Zimmerwohnung. Pitsch, pitsch schlugen die Tropfen im Becken auf und er auf die Stufen auf seinem Weg nach unten. Zum Schlafen drehte das Wasser ab, er brauchte die Stille und Ruhe in der Nacht. Abgedrehtes Wasser , umgedrehtes Genick. Beides sorgt wieder für Stille. Ein Kopf, leer wie das Becken ohne Wasser. Seifenreste im Becken und Blut auf den Stufen. Wieder mehr Arbeit für die Putzfrau, die dankbar war für ihre polnische Herkunft und die Arbeit, die man ihr in der Fremde gab. Während sie den Lappen auswrang und das Wasser im Eimer sich rot färbte, dachte sie an die Treppe zur Kirche im Dorf, in dem sie aufgewachsen war. Treppen und Erinnerungen.

Merz macht mobil

Merz macht mobil

Friedrich Merz, Fraktionsvorsitzender der CDU Bundestagsfraktion, Machte jetzt den Vorschlag, den Kündigungsschutz für Arbeitnehmer in Deutschland ganz abzuschaffen. Weniger Schutz soll seiner Meinung nach zu mehr Beschäftigung führen, da Firmen schneller einstellen, da sie keine Angst haben müssen, in Krisenzeiten nicht mehr benötigte Arbeitnehmer durchfüttern zu müssen. Begründet wurde da auch noch damit, dass es in Ländern ohne Kündigungsschutz weniger oder gar keine Arbeitslosen gibt. Einen sehr schönes Zita dazu gibt es von Hubertus Schmoldt, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE:

„Wer permanent die Sozialkultur anderer Länder zum Vorbild erhebt, sollte seine Chance nutzen und in die gepriesenen Länder auswandern.“

Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Man sollte man sich sein Zitat eigentlich groß ausdrucken. Die Beispiel aus anderen Ländern bringen nichts, da sie aus dem Zusammenhang gerissen sind. Man kann nicht einfach ein paar Brocken rauspicken und dann davon ausgehen, dass damit alles besser wird. Macht man es doch, so sollte man zumindest konsequent weiterdenken:

  • Ländern ohne Euro geht es besser
  • In Diktaturen hat die Regierung bei der „Sonntagsfrage“ immer über 90 Prozent
  • Ländern, in denen kein Deutsch gesprochen wird, geht es besser
  • In Ländern ohne Menschenrechte sind die Arbeitslöhne geringer

Die Liste kann man beliebig ergänzen – oder gleich den ganzen Sozialstatt abschaffen bzw. an ein großes Unternehmen verkaufen.

Braindamage Surfing

Braindamage Surfing

Zu den Dingen, die bei mir zur Hinzersetzung führen, gehört neben stundenlangem rumliegen in der Sonne auch das ziellose surfen im Internet. Schon nach einer halben Stunde kann ich keinen klaren Gedanken mehr fassen, komme aber gleichzeitig nicht mehr los. Leicht wie ein Vogel und hirnlos wie Knäckebrot fliegt man von einem Link zum nächsten, ohne wirkliches Interesse. Innehalten, um auch mal Texte zu lesen, kommt nur selten vor. Hauptsache, man findet Seiten, die „interessant“ sind. Diese werden dann als Lesezeichen gespeichert und dann vergessen und nie wieder besucht. Sollte man doch irgendwann den Computer ausschalten können oder sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen einer ernsthaften Tätigkeit zuwenden, fühlt man ein leichtes Rauschen im Kopf. So ungefähr fühlt sich wahrscheinlich ein Fernseher ohne Empfang. Null Info.

Wetter – Blogwetter

Wetter – Blogwetter

Vor ein paar Tagen habe ich im Blog von Gwen von einer witzigen Idee gelesen. Sie schrieb über jemanden, der die Grafik im Kopf seiner Webseite abhängig vom Wetter austauschen läst. Natürlich hab ich mir seine Seite auch sofort angesehen. Seit dem läst mich die Idee nicht mehr los. Da meine Seite auch einen neuen Anstrich gebrauchen könnten, wäre es zumindest ein Versuch wert, so was auch zu machen. Dazu brauche ich als erste natürlich passendes Bildmaterial. Da ich in einer Woche Urlaub habe, sollte das kein so großes Hindernis darstellen. Als nächstes müsste ich mir darüber klar werden, ob ich nur das Wetter, und / oder Tageszeiten anzeigen möchte. Tageszeiten sind auf jeden Fall einfacher, da ich dazu nichts programmieren muss, was sich möglicherweise sehr umständlich aus anderen Seiten die aktuellen Wetterinformationen holt.

Bei der Umsetzung kommen für mich zwei Möglichkeiten in Frage. Entweder wird der ganze Kopf ein Flashfilm, oder ein PHP-Skript sorgt dafür, das immer das passende Bild angezeigt wird. In beiden Fällen muss ich aber eine Schnittstelle für bitEvolution basteln, da momentan nur Grafiken im Kopfbereich erscheinen – die Auswertung eins Skripts oder die Anzeige von Flashfilmen ist zwar möglich, würde aber das Template verändern, so dass es starr und nicht mehr flexibel ist.
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Wo ich gerade beim Thema bin. Bei bitEvolution müsste ich noch einiges neu einbauen. Die Monate werden mir langsam über den Kopf wachsen, wenn ich nicht aufpasse. Am besten warte ich erstmal ab, bis ich Urlaub habe – trotzdem beschäftigt mich das Thema, vor allem, weil ich auf der Arbeit nicht mehr Zeit habe, mich damit nebenbei zu beschäftigen.

Playmobil Nonne

Playmobil Nonne

Der neuste Schrei aus dem Hause Playmobil ist eine Nonne inklusiv Gesangbuch. Das Ganze wirkt schon ein wenig befremdlich, vor allem aber ist es doch etwas einseitig. Wann gibt es den Mönch, den Rabbiner oder den Moslem? Andere Modelle gefallen mir wesentlich besser, zum Beispiel die Feuerwehr Spezialeinheit, Typ Chemieunfall in CB-Schutzanzügen. Oder der Bautrupp mit Dixie-Klo. Was aber bei den Bauarbeitern fehlt, ist der Kasten Bier. Den hatte ich früher noch bei meinem Bautrupp von Playmobil dabei.

Aber auch damals war LEGO irgendwie cooler. Man konnte alles auseinander nehmen und seiner eigenen Phantasie freien Lauf lassen, wenn man Neues erschaffen hat. Playmobil war mehr so wie mit Puppen spielen – also unmännlich. Was uns später aber nie daran gehindert hat, Star Wars Figuren zu sammeln und damit zu spielen, während auf dem Kassettenrekorder die Tonspur des Films ablief.

Die Million-Manager

Die Million-Manager

Endlich bricht in Deutschland eine öffentliche Debatte über Managergehälter aus. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob sie zu hoch sind, sonder auch um den Vergleichsmaßstab. Es heißt immer, die Gehälter der Manager in den USA seien viel höher und man müsse, auch um ernst genommen zu werden, damit gleichziehen. Auf der anderen Seite hört man von den selben Managern, die für sich amerikanische hohe Gehälter fordern, dass die Löhne der Arbeitnehmer zu hoch seien und in den osteuropäischen Ländern bzw. in Asien die Arbeitskräfte viel billiger sind. Da wäre es doch auch mal angemessen, wenn Herr Schremp das Gehalt eines durchschnittlichen polnischen Managers bekommt, ist ja schließlich auch viel billiger – und wenn er sich weigert, wer sein Job halt nach Asien outgesourct.

Tatsächlich wird diese Debatte im nächsten Sommerloch verschwinden und die Ungleichheit wird weiter bestehen. Genau so, wie Esser und Konsorten im Mannesmann-Prozess freigesprochen worden sind. Mit dem Urteil sollten demnächst Arbeitnehmer in Lohnverhandlungen gehen, denn es hält fest, dass man für seine Arbeit nicht nur ein fettes Gehalt bekommt, sondern noch eine Prämie, weil man seine Arbeit gemacht hat.

Ich vermute, dass die Gehälter der Manager deshalb so hoch sind, damit mit ihren Grabbelfingern nicht an die Unternehmenskasse gehen. Leider müsste dann noch mehr bezahlt werden, damit das dann auch mal wirklich funktioniert.

Vergessene Episode

Vergessene Episode

Einer meiner abschweifenden Gedanken während der Zugfahrt nach Dortmund hatte sich heute morgen in der Vergangenheit verirrt und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. In der Oberstufe fand ich im Büro der Schülerzeitung einen Zettel an der Pinwand, der ins Altpapier sollte. Statt ihn wegzuschmeißen, habe ich ihn aber ausgefüllt und im Umschlag dem nächsten Briefkasten anvertraut. Die nächste fünf Jahre habe ich dann immer Einladungskarten für Pressevorführungen von Kinofilmen bekommen. Da diese immer in Düsseldorf und Köln stattfanden, war ich da nicht oft, trotzdem war es aber ein geniales Gefühl, diese Karten zu bekommen. An eine Vorführung kann ich mich noch gut erinnern. Es war ein sehr warmer Sommertag und zusammen mit Christoph S. bin ich nach Köln (oder war es Düsseldorf?) gefahren. In meinen damals neuen Birkenstock Sandalen – ja die wahren mal in – hab ich mir dann beim Bummel durch die Stadt blasen gelaufen, bevor wir ins Kino gegangen sind. Eine exklusive Vorführung von Jagd auf Roter Oktober.

Die meisten Freikarten ereilte allerdings ein trauriges Schicksal. Zweimal durchgerissen gaben sie hervorragende Schmierzettel ab, die ich in einer leeren Ferero Roche-Schachtel aufbewahrte.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren