Kinder als Geisel

Kinder als Geisel

In Russland wurden gestern hunderte von Kindern von Terroristen als Geisel genommen. Die Terroristen überfielen eine Schule, um die Freilassung von tschetschenischen „Rebellen“ zu erpressen. Unabhängig davon, wie man den Konflikt in Tschetschenin und das Vorgehen Russlands bewertet, ist eine Geiselnahem immer einer der widerwärtigsten Verbrechen. Wenn man das Ganze aber auch noch mit Kindern macht, so hat man die unterste Stufe erreicht. Tiefer kann man nicht mehr sinken. Wer Kinder als Schutzschild missbraucht, ist ein Verbrecher der übelsten Sorte und kein Rebell. Den tschetschenischen Interessen wird das nicht dienen.

Tafelfieber

Tafelfieber

Das Schlimmste, was einem beim unterrichten passieren kann, ist ein temporärer Blackout. Dann kann es passieren, dass das Hexadezimalsystem plötzlich keins mehr ist. Statt 16 hoch 0, 16 hoch 1 usw. hatte ich heute das Ganze mit 15 hingeschrieben. Bemerkt habe ich das lange Zeit nicht. Ein der Teilnehmer hat mich dann mehr oder weniger dezent darauf hingewiesen.

Ansonsten läuft es aber recht gut. Ärgerlich war heute nur, dass ich per E-Mail eine Anfrage für eine Firmenkundenschulung (Callcentersoftware) bekommen habe. Aufteilen kann ich mich noch nicht. Einer Kollegin habe ich dann auch geschrieben, dass ich auch didaktischen Gründen einen Dozenten-Wechsel bei meinen ECDL-Teilnehmern für grundsätzlich falsch halte. Zudem gab es von mir dann noch einige andere Anmerkungen. Mal sehen, was die Kollegin sagt, wenn sie morgen wieder aus dem Urlaub zurück ist. Meine Einwände lassen sich auch anders formulieren: Nein, ich werde die angefragt Schulung nicht halten.(Punkt)“

Puste

Puste

Nach dem ersten vollen Tag mit den Teilnehmern der ECDL-Schulung zeichnet sich schon ab, dass das ganze 12-Wochen-Block ziemlich an meiner Ausdauer zehren wird – wenn mir nicht sogar die Puste ausgeht. Das liegt nicht nur daran, dass ich durch die Aufteilung in Gruppen nachmittags noch mal das Gleiche erzähle wie vormittags. Im Unterschied nämlich zu den bisherigen Firmenkundenseminaren ist Freitag nicht der letzte Tag, sonder es wird Montag munter weitergehen – mit den gleichen Leuten.

Die Lernsoftware, mit dem die Teilnehmer 50% des Unterrichtes verbringen sollen, ist ein Fall für die Mülltonne. Daher wird wohl auch mein Unterrichtsanteil im Rahmen der 2×4 Stunden deutlich höher sein. Na ja, immerhin hab ich eine halbe Stunde Mittagspause – zur Unterrichtsvorbereitung für den nächsten Tag.

Schlaflos in Bielefeld

Schlaflos in Bielefeld

Wenn man etwas mehr als 10-Mal in der Nacht aufgewacht ist, wäre es wohl eine Untertreibung zu sagen, man hätte schlecht geschlafen. Eigentlich hat man dann nicht geschlafen. Woran es diesmal lag, kann ich nicht genau sagen. Lampenfieber? Vielleicht, aber sicher ist es nicht.

Der erste Tage mit den Umschüler war heute einfach nur chaotisch und irgendwie habe ich mich gefühlt, als ob auf meinem Rücken ein Schild angebracht gewesen wäre: „Hier bitte Schuld abladen“

Um 13:20 habe ich mich dann abgeseilt um wegen meiner Augenentzündung zum Arzt zu gehen. Da ich in gerade mal 10 Minuten wieder draußen war – echtes Glück nennt man so etwas – konnte ich noch ein wenig in den Nachmittag hinein und durch Bielefeld durch bummeln. Ein herrliches Gefühl.

Kraftwochenende

Kraftwochenende

In der Ruhe liegt die Kraft – heißt es so schön. Auch wenn ein Wochenende nur zwei Tage kurz ist, kann man doch manchmal sehr viel Kraft in dieser Zeit tanken. Besonders dann, wenn es rund 20 herbstliche Grad an beiden Tagen warm ist und man viel Zeit mit spielen verbringt. Brettspiele eignen sich besonder dazu, die Zeit langsam auf der Zunge zergehen zu lassen und jede Minuten intensiv zu genießen. Dazu gehört für mich auch ein Blick aus dem Fenster in die Dunkelheit. Nur die Salzkristalllampe bringt ein paar warme Strahlen, während ich zähneputzend einen Blick auf den Ausläufer des Teutoburgerwald werfe. Diese Stille könnte ich stundenlang in mich aufsaugen.

Aufgesetzt

Aufgesetzt

Nach dem wir letzte Woche Woche die Brombeeren geerntet hatten, ging es heute daran, diese zu verarbeiten. Wir hatten uns ja zum Ziel gesetzt, daraus Aufgesetzten zu machen. Neben den Brombeeren kam noch Kandiszucker, eine Zimtstange und Korn in die Flasche. Das Ergebnis werden wir leider erst in 10 bis 12 Wochen haben – so lange muss das ziehen. Ich bin auf jeden Fall jetzt schon ziemlich gespannt. Mein Onkel hat uns mal einen Aufgesetzten serviert, der gut 20 Jahre alt war – einfach fantastisch.

GrüDP

GrüDP

Nach dem ich ein Zeitungsinterview mit Krista Sager, Fraktionsvorsitzende der Grüne, gelesen habe, steht für mich endgültig fest, dass die Grünen die neue FDP sind. Auf die Frage, ob denn die Grünen die Partei der Besserverdiener seien, sagt sie.

Die Mehrheit unserer Wählerinnen und Wähler hat ein relatives Bildungsniveau. Das unterscheidet die Grünen seit langem von den anderen Parteien. Dass die Menschen mit einem höherem Bildungsabschluss auch höhere Einkommen haben, ist keine besonders revolutionäre Erkenntnis.

Wer also nicht Grün wählt, ist einfach nur zu dumm dafür. In den letzten Wochen und Monaten sind die Umfragewerte der Grünen nicht gefallen, obwohl sie Harz IV und andere, so genannte Reformprojekte, mitgetragen haben. Dabei waren die Forderungen der Grünen teilweise noch erheblich heftiger und wären mit noch heftigeren Einschnitten verbunden gewesen. Das was Sager in dem Interview sonst noch von sich gab, hätte in seiner Kaltherzigkeit auch von einem FDP-Politiker kommen können. Umweltschutz allein macht noch keine soziale, noch keine links schlagende Partei aus.

Betroffen und Entsetzt

Betroffen und Entsetzt

Anfang der Woche wurde im Iran ein 16-jähriges Mädchen vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und gehängt. Ihr Verbrechen: unkeusches Verhalten, was vermutlich den vorehelichen Geschlechtsverkehr bezeichnet. Für mich ich das keine kulturelle Eigenheit der Iraner sondern Barbarei. Wer so etwas auch nur toleriert, verdient sofortige Ächtung und den Ausschluss aus der Staatengemeinschaft. Da lasse ich auch nicht gelten, dass man nur über den Dialog langsam etwas verändern kann – das macht das Mädchen nämlich nicht mehr lebendig. Wer sich so an Menschen, auch noch jungen Menschen versündigt, hat als Staat und als Rechtssystem keine Existenzberechtigung. Menschenrechte sind nicht unterschiedliche interpretierbar und bedürfen auch keiner kulturellen Anpassung, sie sind universell gültig. Für mich beginnt auch das heiratsfähige Alter nicht mit 9 Jahren wie im Iran – das ist Kindesmissbrauch.

Bisher hatte ich geglaubt, dass der Iran, trotz kleiner Rückschritte, auf den Weg hin zu einer positiven Systemveränderung ist. Das aktuelle Geschehen läst mich daran zweifeln.

ECDL

ECDL

Die Abkürzung steht für Eurpean Computer Driving Licence oder auch Europäischer Computerführerschein als international anerkanntes Zertifikat dient dazu, grundlegende Computerkenntnisse nachzuweisen. Aufgeteilt ist der ECDL in sieben Module. Bevor ich darüber weiterschreibe, verweise ich lieber auf die deutsche Webseite dazu (über ecdl.at bzw. ecdl.ch gibt es auch entsprechende Seiten in Österreich und der Schweiz).

Die berechtigte Frage ist wohl, warum ich darüber schreibe. In den vergangen Monaten habe ich in der Firma schon ein Skript für ein Lernmodul sowie ein komplettes Lernmodul geschrieben – für das WBT meiner Firma. Ab nächste Woche darf ich den größten Teil der Module auch noch unterrichten. Dazu habe ich mich freiwillig gemeldet, allerdings nicht ohne Hintergedanke. Da die Maßnahme ein halbes Jahr dauern wird, wird mir wohl in dieser Zeit nicht gekündigt werden – hoffe ich zumindest. Im Büro sitze ich jetzt dran, aus diversen Quellen mir meine Schulungsunterlagen zu basteln und Fragen für die Übungen zu entwickeln. Viel zeit habe ich ja nicht mehr.

Neusprech

Neusprech

So. Da will also Herr Müntefering nicht mehr den Begriff „Harz IV“ verwenden, weil der Begriff nur zu Missverständnissen führt. Stattdessen will er zukünftig vom „Gesetz über moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ reden. Wenn es ein Missverständnis gibt, Herr Müntefering, dann sind sie das. Anscheinend verstehen sie und die Bundesregierung nicht die Ängste der Menschen und haben auch die Folgen von Harz IV nicht zu Ende gedacht. Der neue Ausdruck ist wesentlich schlimmer als die Bezeichnung „Harz IV“. Es ist pure Ironie, bei 1-Euro Jobs von modernen Dienstleistungen zu sprechen. Das Ganze ist Sklavenarbeit, mehr nicht. Wenn schon ein neuer Begriff gesucht wird, könnte man „Gesetz zur Förderung der Reichen in Deutschland“ oder „Gesetz zur Einführung des Lohndumpings“ verwenden – wie man der Presse am Montag entnehmen konnte, werden die Reichen in Deutschland immer Reicher, auf wessen Kosten, dürfte auch klar sein.

Virulent

Virulent

Heute morgen, nach dem Rechnerstart. Alles ging seinen gewohnten Gang – dachte ich. Zwar ist mir mein Rechner in den letzten Tagen durch erhebliche Langsamkeit aufgefallen, aber böses dabei gedacht hatte ich mir eigentlich nicht. Bis heute. Der Computer war kurz vor einschlafen und zeigte die ganze Zeit den Mauszeiger mit Sanduhr. Im Hintergrund wurde ein Prozess immer wieder gestartet und beendet. Ein Kollege aus der Technik fand dann mit dem Programm Ad-Ware 138 Objekte, die nicht auf meinen Rechner gehörten, von mir aber nie installiert wurden. Beim surfen eingefangen, meinte der Kollege. Ich finde das erschreckend. An meinem Mac zu Hause ist mir das bisher noch nicht passiert – liegt wohl auch daran, dass noch niemals die Virenschreiber Apple unterstützen …

Auf jeden Fall arbeitet mein Rechner wieder normal, auch wenn Java-Programme aus nicht nachvollziehbaren Gründen jetzt nicht mehr laufen.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren