Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Stammtischtiefflieger versus Robert Habeck

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Verzicht auf Bundestagsmandat

Bereits zum ersten September will Robert Habeck sein Bundestagsmandat zurückgeben. In einem Interview mit der taz sagte er dazu, er wolle nicht „wie ein Gespenst über die Flure laufen und sagen: Früher war ich mal Vizekanzler, erinnert ihr euch?“

Hut ab vor seiner Entscheidung, freiwillig zu gehen. Andere kleben ja so stark an ihrem Amt oder Mandat, dass man sie im Todesfall samt Stuhl entfernen müsste. Freiwillige Abschiede (siehe Merkel) sind immer auch ein Hinweis auf Souveränität der betreffenden Person.

Danke sollte man Robert Habeck aber auch für das, wofür er als Vizekanzler gestanden hat. Zum Beispiel den Kopf dafür hinhalten, weil Sinn und Zwecke des Gebäudeenergiegesetzes von Stammtischtieffliegern nicht verstanden wurde. Die haben sich im Übrigen in den letzten Jahren insbesondere auf asozialen Tummelplätzen wie Facebook inflationär vermehrt — aber dazu später mehr. Ich für meinen Teil habe mir jedenfalls keine der Kommentare dort zu einem Artikel über Habecks Rücktritt von der Süddeutschen Zeitung angetan.

Für Habeck jedenfalls ist alles offen. Ein Umzug nach Dänemark genauso wie eine Karriere als Kinderbuchautor.

Stammtischtiefflieger vermehrt im Unrecht

Die Stammtischtiefflieger sind leider an vielen Stellen unterwegs. In den meisten Fällen kann man schon vorausahnen, wie sie auf bestimmte Trigger-Themen reagieren werden. Zum Beispiel die Frage bei Facebook „Wie viel Bürgergeld im Monat wäre fair?“

Eine kleine Auswahl der Antworten:

  • „Für alle die Arbeiten können aber nicht wollen.. Wäre 0€ fair.“
  • „Was fair wäre, wäre wenn wir die Zwangsarbeit einführen würden, besonders für Leute mit der Einstellung, wieso soll ich arbeiten wenn ich auch Geld vom Staat bekomme. Wird mal Zeit das Faulheit bestraft wird und nich noch unterstützt! Und wer nich zur Arbeit kommt bekommt kein Geld und kann unter der Brücke schlafen, mal sehen wie lange die Leute diese Einstellung beibehalten.“
  • „So wenig, dass Rauchen, saufen Auto fahren zu teuer ist. Wenn diejenigen ein Auto anmelden, versichern können Rauchen und saufen können, dann ist es definitiv zu viel“

Die Stimmen der Vernunft gehen bedauerlicherweise im Gegeifer der Stammtischtiefflieger unter.

Aber was wäre wirklich fair? Meiner Meinung nach Cum-Cum Schlupflöcher schließen. Durch Cum-Cum Geschäfte sind dem Staat bisher mindestens 28,5 Milliarden Euro entgangen. Dem gegenüber steht eine deutliche Verschärfung der Zahlungsvoraussetzungen so wie Kürzungen beim Bürgergeld, die dem Staat 22,5 Millionen Euro im Jahr sparen würden.

Die Anzahl der Totalverweigerer unter den Beziehern von Bürgergeld ist wohl gering und fällt mit Sicherheit in Bezug auf die Gesamtausgaben des Staates nicht ins Gewicht.

Die Stammtischtiefflieger halten sich an den bewährten Leitsatz „Nach unten treten, nach oben buckeln.“ Es ist ja auch schön einfach, jemanden hilfloses zu prügeln als sich mit den Stärkeren zu messen.

Kleiner Hinweis zum Schluss: Laut aktuelle Schätzungen würde die Einführung einer Vermögenssteuer jährlich 10 bis 20 Milliarden Euro einbringen.

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