Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Führung bedeutet auch immer die Übernahme von Verantwortung für getroffene Entscheidungen. Das machte es aktuell nicht einfach.

Panzerquartett

Quartettspiele erfreuten sich während meiner Grundschulzeit ziemlicher Beliebtheit. Vornehmlich ging es um Schiffe, Flugzeuge und Autos. Von der Spielqualität her bewegen sich Quartett Kartenspiele nach wie vor auf Grundschulniveau mit leichtem Hang zur Unterforderung. Mittlerweile gibt es Quartettspiele zu allen möglichen Varianten. Viren, Tyrannen und ja, sogar auch „TOP ASS Panzer“ für 3,29 Euro. Laut Werbung wurden die eindrucksvollsten Panzer der Welt zusammengestellt. Eigentlich das richtige Geschenk für Olaf Scholz. Ob der M1 Abrams den Leopard 2 trumpfen würde?

Jedenfalls, die Hauptwaffe hat 120 mm. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Als Fotograf kannst du damit 120 mm nicht viel reißen. Für Sony E-Mount gibt es zum Beispiel ein 600 mm Festbrennweitenobjektiv. Mit 14.000 Euro ist man dabei. Das ist zwar deutlich günstiger als ein Leopard II, aber für Hobbyfotografen wie mich eine ziemliche Ansage. Da stellt sich dann die Frage: braucht man so was. So was muss jeder für sich selber beantworten und die Antwort hängt dann stark davon ab, was man fotografiert, wie man es macht und wo die Präferenzen liegen. Ich für meinen Teil fühle mich wohl zwischen 35 mm und 70 mm.

Klar gibt es Situationen, da möchte man näher ran. Aber die sind zumindest bei mir eher selten. Kommen wir aber zurück zu den Panzern, zu Scholz und das, was man allgemein hin als Führung bezeichnet.

Vorangehen bei der Führung

In der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung hieß es, die USA würden von Scholz in Sachen Kampfpanzer für die Ukraine Führung erwarten. Derweil glänzt unser Bundeskanzler mit Schweigsamkeit und Unentschlossenheit. Man muss hier noch mal genau hinschauen und sich vergewissern, dass der Bundeskanzler Olaf Scholz identisch ist mit jenem Olaf Scholz, von dem ein prägnantes Zitat stammt:

Wer bei mir Führung bestellt, bekommt sie auch.

Sofern keine Verwechselung vorliegt zwischen Rumeiern und Führung, ist Scholz etwas in Erklärnot. Deutsche Panzer für die Ukraine ist vor dem Hintergrund, dass der russische Angriffskrieg uns täglich Kriegsverbrechen und vor Augen hält, eigentlich keine wirkliche Frage. Wollen wir die Ukraine unterstützen oder sie alleine lassen, so müsste die Frage lauten.

Auf der anderen Seite ist es dann doch nicht so einfach. Führung bedeutet nämlich auch, alle Optionen abzuwägen und auch die Risiken im Blick zu haben. Dazu kommt der Amtseid, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Auch Schaden, der infolge einer falschen Entscheidung entstehen könnte.

Machen wir uns nichts vor, die Lieferung von Leopard II Panzern, egal aus welchen Beständen, führt sicher nicht zu einer Deeskalation. Insofern bin ich für meinen Teil froh, nicht in der Haut unseres Bundeskanzlers zu stecken.

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