Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Die falsche Person in das falsche Amt zu hieven lässt sich nicht als Pech bezeichnen. Es ist einfach nur eine schlechte Entscheidung gewesen.

Augen auf!

Wenn jemand auf einer Bananenschale ausrutscht und hinfällt, ist das Pech. Scheiter jemand als Verteidigungsministerin, ist das kein Pech, sondern Ursache einer falschen Personalentscheidung. Um nicht so sagen, Ergebnis mangelnder Qualifikationen. Darum: Augen auf bei der Berufswahl. Für Olaf Scholz ist der Abgang von Christine Lambrecht auch nur bedingt Pech. Schließloch hat er diese Fehlbesetzung zu verantworten.

Natürlich erbte Lambrecht die Versäumnisse ihre Vorgängerinnen und Vorgänger. Dafür kann sie nichts. Es kommt aber auch immer darauf an, was man daraus macht und vor allem, wie man in der Lage ist zu kommunizieren. Hubschrauberfreiflüge für den eigenen Sohn auf Staatskosten sind zum Beispiel keine besonders gute Idee. Auch nicht eine „private“ Silvesteransprache, die sich während eines Feuerwerks auf den Krieg in der Ukraine bezieht. Es ist nicht Pech, den falschen Augenblick erwischt zu haben, sondern einfach im höchsten Maße unprofessionell. Genau das, was Bundeswehr an ihrer Spitze derzeit nicht braucht.

Die Bundeswehr hat schon genügend eigene Probleme und Skandale, da braucht es nicht noch eine Verteidigungsministerin, die nicht mal ihren Rücktritt unfallfrei hinbekommt, wie die Süddeutsche Zeitung schrieb.

Nun ist sie also weg und es wurde nach längerem Eiertanz auch der Name des Nachfolgers genannt. Der bisherige niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) soll es jetzt richten.

Wenn Pech kleben bleibt

Möglicherweise bleibt das sogenannte Pech ja trotz des Rücktritts vom Lamprecht am Amt kleben. Ihrem Nachfolger kann man nur alles Beste wünschen. Viel Zeit zur Einarbeitung wird er nicht haben. Polen pocht auf die schnelle Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern. Zudem trifft sich bereits an diesem Donnerstag die Ukraine-Kontaktgruppe auf dem US-Stützpunkt in Ramstein.

Es ist nur ein persönliches Gefühl, aber seit November 2005 gab es keine Person an der Spitze des Verteidigungsministeriums, die sowohl Format und fachliche Kompetenz hatte und darüber hinaus auch noch von der Truppe respektiert wurde. Machen wir uns nichts vor: Peter Struck ist seit Jahren unerreicht geblieben. Einen solchen Glücksgriff wird es so schnell nicht wieder geben (wobei wir schon wieder beim Pech wären).

Was das Bundesverteidigungsministerium und im Übrigen auch alle anderen Ministerien in gleichem Maße benötigen, sondern Personen an der Spitze, die nicht nur Führungsqualitäten haben, sondern auch über den, nennen wir es mal so, notwendigen Stallgeruch verfügen.

Neben dem Verteidigungsministerium scheint auf Bundes- und vor allem auch Landesebene insbesondere das Kultusministerium / Bildungsministerium / Schulministerium ein besonderer Ort zu sein, wo sich der Fachkräftemangel besonders deutlich zeigt. Hier könnte auch die Initiative des Bundesarbeitsministers greifen, der ein Jahr Weiterbildung ermöglichen will, um gegen den Fachkräftemangel anzugehen. Nur die geplanten Bezüge in Höhe des Arbeitslosengeldes stehen dem vermutlich für Weiterbildungen von Spitzenpolitikern im Weg.

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