Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Ein Monat vor Karneval mehren sich komische Beiträge aus der Politik. Dabei ist die CDU als Klimapartei keine Erfindung der Stunksitzung.

Maskenpflicht fällt

Vom 2. Februar an soll es keine Maskenpflicht mehr im Fernverkehr der Bahn mehr geben — so eine aktuelle Äußerung des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach. Par ordre du mufti wird die Pandemie für beendet erklärt. Kann man so machen, muss man sich aber nicht über die Folgen wundern. Wir dagegen wundern uns über das krude Datum. Warum der 2. Februar und nicht der 1.? Und überhaupt, warum fällt die Maskenpflicht nicht am 23. Februar (Aschermittwoch)? Als Rheinländer müsste Lauterbach doch wissen, dass es (wenn auch in anderer Form) eine Maskenpflicht im Karneval gibt.

Man setze jetzt auf Eigenverantwortung und Freiwilligkeit. Ich für meinen Teil werde dann zwei Masken brauchen. Eine für Mund und Nase und etwas, um die Augen zu bedecken, damit ich nicht sehe, wie viele Leute mich in der Bahn blöd anglotzen, weil ich das mit der Eigenverantwortung und meiner Gesundheit ernst nehme.

Im Prinzip ist das mit der Pandemie so ein wenig wie mit Karneval. Wenn alles vorbei ist, reibt man sich verkatert die Augen und wundert sich, wie man das alles durchgestanden hat. Abgesehen davon, dass man den Menschen hier im Norden die Sache mit Karneval erst erklären muss.

Kommen wir aber zu einer Art anderem Karneval.

Merz will Klimapartei sein

Der CDU-Vorsitzende Merz will seine Partei zur Klimapartei machen. Das wirkt unfreiwillig komisch. So als würde man den Bock zum Gärtner machen. Zufällig reagiert zum Beispiel die CDU in Nordrhein-Westfalen, wo man gerade Klimaaktivisten aus Lützerath von der Polizei vertreiben lässt, damit der Landschrift zugunsten des Braunkohletagebaus dem Erdboden gleich gemacht werden kann.

Die CDU, so wissen wir seit den Silvesterkrawallen in Berlin, hält auch alle Menschen mit nicht-arischem Vornamen für kriminelle Ausländer, die uns auf der Tasche liegen und dringend abgeschoben werden sollten. So eine Partei will also nach dem Willen ihres Vorsitzenden Klimaschutz zum Exportschlager „Made in Germany“ machen. Selbstverständlich ideologiefrei und ganz ohne Zwang. Stattdessen setze man auf marktwirtschaftliche Anreize. Das hat ja bereits in den vielen Jahren, die die CDU im Bund an der Regierungsmacht war, wunderbar funktioniert.

Die künftige Klimapartei hat den Klimaschutz nicht nur jahrzehntelang verschlagen, sondern ist maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass Deutschland seine Klimaschutzziele nicht einhalten kann.

Es dürfte zudem fraglich sein, ob Merz mit dem Wandel zur Klimapartei auch alle CDU-Mitglied mit ins Boot holen kann. Nicht wenige betrachten das Klima vermutlich nach wie vor als von Gott gegeben.

Zudem sollte der „Klimapartei“ auch klar sein, dass die Zeit mehr als drängt. Eigentlich sind wir nämlich schon an dem Punkt, wo sich der Klimawandel nicht mehr aufhalten, sondern lediglich etwas abbremsen lässt.

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